auf Tour
von
Demeter
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Zu Beginn vielen lieben Dank an meinen Beta-Reader, der lieber Lektor genannt werden will.
Ab jetzt lese ich meine Texte nochmal rückwärts zum Überarbeiten^^
Laute Musik dröhnt in meinen Ohren.
Ich wanke einen langen, dreckigen Korridor entlang.
Verdammt, ich kann kaum geradeaus gehen. Da hab ich diesmal wohl übertrieben. Oder das war irgendein gestrecktes Zeug. Scheiß Fakes.
Ich stolpere und sacke an der Wand zusammen. Ich beginne zu husten und zu würgen, mein Leib krampft sich zusammen. Bis auf ein bisschen gelbe Flüssigkeit kommt nichts. Anscheinend habe ich heute noch nichts gegessen. Oder ich hab‘s bereits schon wieder ausgekotzt.
Als ich mich hochrappeln will, zieht mich etwas zurück.
Ich bin über einen Typen gestolpert, der augenscheinlich ähnliche Probleme hat wie ich. Er fängt an, unverständlichen Müll zu labern. Ich schüttle seine Hand ab und raffe mich auf.
War hier nicht irgendwo ein Klo? Ich falle in die nächstbeste Tür und krache gegen ein Regal.
Kisten mit bunten Glitzerstäbchen prasseln auf mich nieder. Was zur Hölle ist das denn schon wieder?
Oh, alles klar. Cocktaildeko.
Mein Körper beginnt zu zucken und zu beben. Ich brauche einige Sekunden, bis ich bemerke, dass ich lache. Kurze abgehackte Laute kommen aus meinem Mund. Ich verfalle jedoch gleich wieder in einen Hustenanfall. Ist irgendwie nicht feierlich heut Abend.
Mit enormer Anstrengung komme ich wieder auf die Beine. In diesem Abstellraum steht sogar eine Kühltruhe. Die Idee eines Eiswürfels taucht in meiner grauen, pampigen Gehirnmasse auf und ich steuere darauf zu.
Voller Flaschen. Ich nehme die Erstbeste und halte sie an meine Wange. Lasse sie langsam hinab gleiten und drücke sie an meinen Bauch. Mir ist schlecht. Das war niemals reiner Stoff. Bei guter Qualität passiert sowas nicht.
Da ich meine Finger nicht mehr richtig koordinieren kann, dauert es etwas bis ich die Flasche aufbekomme. Ich nehme einen großen Schluck und spucke das Zeug sofort wieder aus. Im Halbdunkel habe ich nur gesehen, dass es eine durchsichtige Flüssigkeit ist. Ich dachte an Wasser.
Dafür bin ich hier wahrscheinlich einfach in der falschen Szene. Purer Wodka.
Ich werfe die Flasche in eine Ecke. Da ich kaum noch Gewalt über meinen Körper habe, fliegt sie nicht weit und meine Stiefeletten werden überflutet.
Jetzt etwas klarer, setze ich meinen Weg fort.
Ich spüre den Bass, der meinen Körper vibrieren lässt. Ich öffne die nächste Tür und eine Wand aus schlechter Luft, verschwitzten Körpern und Lärm schlägt mir entgegen.
Ich fahre mir mit Druck über die Augenlieder. Wie abartig… und dazu noch dieses flackernde Licht.
Ich suche jemanden den ich kenne. Auf den nächsten paar Metern findet sich da sicher jemand.
„Marcus!“
Ich lasse die Hand unter sein Shirt gleiten.
„Na, mein Hübscher, ich hab gehört, du willst mir einen ausgeben?“, zwinkere ich ihn an. Er lacht und drückt mir einen Kuss auf die Wange. Aber anscheinend ist Marcus heute in Kommunikationslaune. Muss ich mir jetzt erst ein Ohr abkauen lassen, bevor ich Alkohol kriege?
Ich lächle, nicke und werfe manchmal so neutrale Sachen ein wie „Da haste schon Recht!“ oder „Tja, so is das eben!“ Bei der Lautstärke hört man sich doch eh nicht gegenseitig. Als ich genug habe, schiebe ich ihn kurzer Hand zur Theke. Ich wollte HEUTE noch was trinken.
„Zwei Tequila!“ höre ich ihn dem Barkeeper zu brüllen. Gute Idee, der Limonengeschmack ist angenehmer als der, den ich momentan im Mund habe.
„Lecken, Schlucken, Beißen, meine Süße!“, sagt er und wirft mir einen eindeutigen Blick zu.
„Tss, das hättest du wohl gerne.“, verdrehe ich die Augen und streue mir Salz auf die Hand.
Tequila ist widerlich.
Ich schiele hinter die Bar und sehe wie das Obst aufgeschnitten wird.
Lecke das Salz auf, kippe mir den Tequila in einem Schwung hinter und werde mit dem frischen, sauren Geschmack der Frucht belohnt.
Immer noch das Limonenstück zwischen den Zähnen, lasse ich Marcus stehen und suche den zweiten Floor.
Kati ist meist da. Der Techno-Floor.
„Ey, du verrückte Hure!!!“, werde ich von ihr begrüßt. Jenny ist auch mit von der Partie. Zusammen kriegen die sich eh nicht mehr ein.
Einige Zeit bleibe ich bei ihnen, zum Tanzen. Jenny ist zu fett für ihr Oberteil und Katie hat eine neue Frisur. Die alte war nicht ganz so schlimm, meiner Meinung nach.
„Bei welchem Friseur warste denn?“, schreie ich mit einem enthusiastischen Lächeln im Gesicht und zeige auf ihre Haare.
Sie nennt mir den Laden. Gut. Man muss ja wissen, welche Etablissements man meiden sollte.
Meine Sicht beginnt wieder zu verschwimmen. Ich deute zur Terrasse.
„Voll heiß da drinnen!“, japst Kati. Nee, du Schnellchecker. Darauf wär ich jetzt nicht gekommen. Was glaubst du, warum ich raus wollte?
„Haste mal ne Kippe für mich?“ frage ich Jenny. Das Mädel mit seinen Minderwertigkeitskomplexen rückt garantiert welche raus. Sofort bemüht sie sich auch, welche aus ihrer Handtasche zu zerren. In der Eile fällt ihr Feuerzeug auf den Boden.
„Das gute Zippo!“ kreischt Kati. Beim Klang ihrer schrillen Stimme formen sich unwillkürlich die Worte > Schnauze, Schlampe! < in meinem Kopf.
Ich hebe das Feuer auf und greife nach der Zigarette, die Jenny mir mit leicht zitternder Hand hinhält.
Nikotin. Bei Jenny darf man halt kein Gras erwarten.
Als ich sie mit dem Rauch anpuste, fängt sie an zu husten.
„Jenny, Jenny… rauchst du immer noch nicht Lunge?“, tadelt Kati sie. Das Mädel hat eh nicht freiwillig damit angefangen.
Während Jenny sich rechtfertigt, sehe ich zum Nachthimmel. Die Nächte in Städten sind nicht schön. Regelrecht hässlich.
Ein Lichtstreif blitzt am Horizont auf.
„Es dämmert.“, hauche ich dem Morgen entgegen, ungehört von den Umstehenden.
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