das Leben ist eine herrliche Sache
von
mommer
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Das Leben ist schon eine herrliche Sache,
wenn man bedenkt, dass man am Anfang in einen Kreis von Menschen geboren wird die man eigentlich gar nicht kennt, aber letztendlich doch angewiesen ist. Das mit dem Dosenaufmachen oder laufen lernen kommt leider nicht von alleine. Klar nach einiger Zeit und erlernen des bewussten Denkens, merkt man auf einmal, dass sie einem ans Herz gewachsen sind.
Zumindest meistens.
Doch es gibt auch Ausnahmen, wie die des kleinen Richard. An seinem sechsten Geburtstag, es war eine Feierlichkeit die seine Mutter geplant hatte, merkte er erst wie sehr er sein Leben und die Menschen die dazu gehörten eigentlich verabscheute. Es war Oktober und wie man es erwarten konnte regnete es. Richard mochte den Regen. Er hatte etwas monotones, gleichgültiges und das war es was ihm gefiel. Er hasste es in den Mittelpunkt gedrängt zu werden wie an diesem Tag. Seine Mutter hatte seine vermeindlichen Freunde eingeladen. Allerdings hatte diese Frau keine Ahnung von seinem Leben und so meinte sie die ganze Klasse würde reichen. Aber auch das waren in seinen Augen Idioten.
Richard wurde mit fünf Jahren eingeschult und übersprang fast sofort die erste Klasse. Doch auch jetzt hatte sich nichts an seiner Lage geändert. Einmal mussten sie einen Aufsatz schreiben, über einen Traum den sie mal hatten. Die meisten schreiben, dass sie mit ihren Eltern ein „gaaaaaaanz“ tolles Wochenende hatten und die alle glücklich und vereint waren. Er jedoch schreib, er hätte geträumt seine Eltern wären von Außerirdischen entführt und bei lebendigem Leibe seziert worden. Die stellen hat er besonders gut und genau beschrieben, woraufhin ein Anruf bei den Eltern und ein Besuch beim Schul-Psychologen kamen. War aber auch nicht das erste mal also.... die Stimme seiner Mutter riss ihn aus seinen Gedanken:„Warum spielst du nicht mit deinen Freunden? Ich hab sie extra zu deinem Geburtstag eingeladen und du sitzt wie immer am Fenster als ob nichts wäre.“
„Es ist nichts, bis auf die Tatsache, dass an einem Tag wo du mich vor sechs Jahren ohne meine Zustimmung ins Leben gerufen hast, ein paar mir nur vom sehen bekannte Idioten in deinem Haus sind. Ich möchte dass sie gehen und das weißt du ganz genau.“
„Na ja...egal ich dachte ich tue dir einen Gefallen aber das hätte ich mir auch sparen können. Ich schicke sie jetzt nach Hause.“
„Tu das, es ist mir das Liebste meiner Geschenke.“
10 Jahre später
Richard schlug die Augen auf und trotz seines allmorgendlichen hoffens, war er immer noch in dem gleichen Zimmer wie sein Leben lang schon. Die Abscheu vor der Welt, diesem Haus und sich selbst stieg wieder in ihm hoch und kam auch schon in einem Schwall kotze au ihm heraus. Für solche Fälle hatte er immer seinen „kleinen Kotzeimer“ parat, den er auch so schnell wie möglich leerte. Wenn seine Erziehungsberechtigten davon wüssten, würden sie ihn wieder zum Arzt und/oder zum Psychiater schicken und das waren wirklich die letzten die ihm helfen konnten. Das war alles nur Einbildung. Wenn man hingeht fühlt man sich genauso ätzend wie wenn man wieder geht. Weder besser noch schlechter. Es war immer der gleiche Stand von einer Mischung aus Ekel, vor sich und anderen, Abscheu und Aussichtslosigkeit. Es gab nur etwas, was ihm einen kleinen Lichtblick verschaffte. Und das war sein, viel zu frühes, Studium. Er war intelligent, das stand völlig außer Frage. Sein Abitur hatte er letztes Jahr gemacht und das mit Bravur. Weiß Gott für den Scheiß hatte er noch nicht einmal gelernt! Aber was war das schon für ein Lichtblick? Heutzutage kommt man mit Philosophie nicht weit und selbst wenn, nach zwei Semestern wäre er wieder fertig. Was sollte dass? Er hatte die Möglichkeit den ganzen Mist, den manche Leben nennen, einfach zu beseitigen. Oh ja, wie viele Nächte lag er wach und stellte sich vor wie er „ES“ tun würde. Er hatte schon viel in betracht gezogen, wie zum Beispiel einfach erhängen, Stuhl wegkippen und tot. Oder die Pulsadern aufschneiden, einfach so, in der Wanne liegen und verbluten und wenn er dann tot war, würden seine Eltern ihn finden. Das war eine seiner Lieblingsvorstellungen. Sie würden dann schon sehen was sie mit ihrer ewigen, typisch menschlichen, emotionsgeleiteten, Idiotie angerichtet haben. Aber sein absolutes Favourite war der tot, durch das er eigentlich noch lebte. Der Schnee den man im Winter wie im Sommer genießen konnte. Ja, er liebte, vergötterte und brauchte es. Und jeder Trip brachte ihn näher an sein Ziel.
„Heute ist mein Tag.“
dachte er sich, zog sich an und ging los. Gut „bewaffnet“ machte er sich, mit dem Gedanken bei seinem „Hobby“ zu sterben, zu seiner Brücke auf. Es war eine zwanzig Meter hohe Autobahnbrücke, die vollkommen leer war. Sein bevorzugter Platz zum koksen.
>>>Doch heute war er nicht allein. Es stand noch jemand and der Brücke, besser gesagt verdammt nah am Geländer.
„Hey, was wird das wenn’s fertig ist?“
„Wie sieht’s denn aus?“
„Bungeejumping ohne Seil.“
„Kommt hin und jetzt verpiss dich bevor....“
„Bevor du es geschafft hast diesem verschissenen Leiden ein Ende zu bereiten?“
Sie drehte sich um und er hatte auf einmal das Gefühl, es war klein aber da, dass jemand ihn verstehen könnte, seine Abneigung teilen und das Leben ein kleines, wirklich kleines, Stück interessanter machen könnte.
„Ja und du verzögerst mein Ende nur, also, auf nimmer wiedersehen.“
Er weiß nicht ob sie es bemerkte, dass er immer näher kam. „Weshalb sollte ich gehen? Mein Leben ist zum kotzen, im wahrsten Sinne des Wortes. Da tut etwas Abwechslung ganz gut.“
„Du spinnst!“
Plötzlich musste er anfangen zu lachen. Es fühlte sich komisch an, da er in seinem ganzen Leben nicht gelacht hatte.
„Du bist hergekommen um dich umzubringen und ich eigentlich auch.“
„Der Witz des Tages, stell dich schon mal hinten an.“
„Nein. Erstens wollte ich nicht springen sondern ganz anders sterben, zweitens ist mir jetzt nicht mehr nach sterben.“ „Schön für dich. Lebe und genieße es und jetzt lass mich in ruhe.“
Es herrschte komplette Ruhe. Er war jetzt keine 1,50m mehr von ihr weg und sie ließ sich fallen. In dem Moment stürzte er auf sie zu und erwischte noch ihre Hand. Das alles kam ihm so vor als würde es in Zeitlupe geschehen aber er hatte sie.
„Lass mich los du Idiot. Ich hab keinen Bock mehr.“
„Ich aber. Glaubst du nicht wir könnten es zusammen schaffen? Es schaffen diese Schwachköpfe ein für alle mal hinter uns zu lassen?“
„NEIN!!“
Sie riss sich los und fiel, bis ihr Körper auf dem harten Autobahnboden aufschlug. Richard sah es sich an. Es war als würde die Welt stehen bleiben. So wenig Sinn wie alles vorher gemacht hat, jetzt machte es noch weniger Sinn. Genau wie sein Leben. Er fing an zu rennen, er rannte bis ihn sein Körper dazu zwang in die Knie zu gehen. Gott hat ihm eine Person geschickt, aber warum hat er sie so schnell wieder genommen.
„Ich verfluche dich du alter Mann! Hörst du mich?! Ich verfluche dich!!“
Das, was er vorher als Leid bezeichnete, war
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Kommentare
Jan R. schrieb am 2009-03-17 20:54:13:
Wow ich kenn dich ja aber das du soo gute geschichten schreibst hätte ich echt nich gedacht! respekt...!
Günter schrieb am 2007-01-25 20:15:48:
Deine Geschichte ist wirklich unglaublich!!1 Sie hat mich tief berührt und jetzt Frage ich mich, ist so etwas wirklich schon einmal passiert?!!
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