das Leben ist eine herrliche Sache
von
mommer
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nichts gegen die Schmerzen die er jetzt fühlte. Er kannte weder ihren Namen noch sonst etwas von ihr. Er hatte nicht ein Gefühl der Liebe entwickelt, wenn er überhaupt wusste was das war, sondern ein Gefühl der Gleichgesinntheit. Etwas, dass so wie es war, nicht in Worte gefasst werden konnte. Jetzt wusste er was Leid eigentlich war. Der Rest seines Lebens war im Gegensatz zu dem, gelangweiltes vor sich hin vegetieren. Jetzt war es vorbei. Alle Hoffnung die er in den letzten 5 Minuten ihres Lebens in seines steckte war weg. Plötzlich stieg eine nie zuvor gespürte Emotion in ihm hoch. Es fing in seinem Kopf an, ging in den ganzen Körper. Eine Welle aus Feuer beschrieb das ganze am besten. Es war Hass. Purer Hass, auf den Staat, die Gesellschaft, sich selbst. Wahrhaftig, das war sein Tag! Er rannte nach hause. Sein Vater hatte, als Polizist, immer Waffen im Haus. Er musste allerdings warten, es sollten so viele wie möglich sein. Er wurde nervös und zog sich ein kleines Nässchen. Es tat gut! Mit jeder Sekunde die verstrich, spürte er die Vorfreude. Er würde so viele wie möglich mitnehmen, seine Eltern und die, die heute Abend zu Besuch kamen. Es waren Leute mit denen sie zwischenmenschliche Beziehungen hegten, oder wie sei es nannten Freundschaft. Etwas, was es für ihn irgendwo gab, nicht mehr gibt und nie wieder geben wird. Er dachte weiter über sein Vorhaben nach und brach in ein völlig hysterisches Lachen aus. Er tat es schon wieder, das zweite mal in seinem Leben und so langsam fand er gefallen daran. Doch dann hörte er die Haustür und stellte es ein.
„Guten Tag meine Herrschaften.“
„Tag auch mein Junge, du hörst dich ja beinahe gut gelaunt an. Ist irgendwer gestorben oder warum?“
„Gestorben ist noch keiner,....aber wer weiß? Die Hoffnung ist doch eine der Dinge die zuletzt sterben, nicht?“
„Könntet ihr diese Geistreichen Konversationen nicht woanders führen? Ich muss das Essen vorbereiten. In einer Stunde kommen die anderen.“ „Sie war ohnehin schon beendet, Mutter. Ich werde mich in mein Gemach verziehen und mich mental auf unseren Besuch vorbereiten.“ Ja er musste sich vorbereiten. Irgendetwas musste er hinterlassen, eine Warnung für andere, aber auch seine Geschichte, etwas, was Leuten in seiner Situation eine Art von Hoffnung geben könnte. Es ist nicht immer aussichtslos, nur in diesem Fall war es so. Er nahm sich einen Stift und sein Briefpapier, doch als er zum schreiben ansetzen wollte, sah er sie wieder. Er rekonstruierte alles noch einmal. Wie er sie sah, wie sie miteinander geredet hatten, wie sie sich von seiner hand losriss. Es war kein klarer Gedanke mehr da, den er hätte schreiben können. Also fing er an das zu schreiben was er in seinem Kopf sah. Als er die erste Seite fertig hatte, konnte er wieder denken und was er dachte schrieb er. „...Es war wahrscheinlich das Beste und gleichzeitig das Schlechteste was mir in meinem Leben passiert ist. Doch wird ihnen in der Bibel nicht erzählt, dass wir in den Himmel oder in die Hölle kommen? Es ist mir egal wohin ich kommen werde, denn schlimmer als hier kann es nicht mehr werden, Hauptsache sie ist auch dort. Für einen Außenstehenden ist das vielleicht schwer zu verstehen, ich gebe zu, ich kenne noch nicht mal ihren Namen aber ich weiß wer sie ist.
Manchen Leuten kann dieses Schreiben Hoffnung machen, wie mir diese Person, andere werden wiederum glauben, dass es besser für die Gesellschaft war, dass er starb....“ Richard war nicht mehr er selbst und je weiter er diesen Text schrieb, desto mehr redete er in der dritten Person von sich. Als er fertig war, las er es sich noch einmal durch. Es war gut, keine Frage aber irgendwie hatte er das Gefühl, es wollte ihn von seiner Tat abbringen. Er las es wieder und wieder und auf einmal war alles ganz anders. Er wollte niemandem mehr etwas antun. Da draußen waren die zwei Personen die ihn aufgezogen hatten. Ihm Nahrung und Kleidung gaben. Die, die seine Ausbildung finanziert hatten und in trotz seines Charakters liebten, nie die Hoffnung aufgaben. Richard bemerkte warum er am Ende in der dritten Person von sich schrieb. Er wollte sich von sich selbst distanzieren, sich schon als er das schrieb von seiner eigenen geplanten Tat abbringen. Er dachte an sie, an alles was sie für ihn getan hatten. Was jetzt an Emotionen da war, konnte er kaum in Worte fassen. Er war verzweifelt, verschreckt über sein eigenes Vorhaben, immer noch wütend aber diesmal nur noch auf sich selbst. Das alles brachte ihn allerdings nicht wirklich weiter, doch er musste etwas tun. Es gab nur noch einen einzigen Ausweg. Er musste, wollte, konnte nicht anders als seinen Eltern zu danken. Plötzlich waren es seine Eltern und nicht mehr die Menschen bei denen er wohnte. Er ging in das Wohnzimmer wo sie beide saßen. Den Tränen nahe sagte er zu ihnen:„ Mama, Papa, ich muss euch etwas sagen, danach möchte ich gehen und ihr tut so als wäre es nie ausgesprochen worden. Ich wollte euch danken, für alles was ihr je für mich getan habt.“ Ohne zu fassen was er tat, umarmte er sie beide und ging ins Badezimmer. Dort betrachtete er voller Abscheu sein Spiegelbild, jetzt kamen die Tränen an seinen Wangen heruntergelaufen. Es war Zeit jetzt zu gehen. Er ließ sich Wasser in die Wanne laufen und als er sich reinsetzte nahm er eine Rasierklinge mit.
„Mach nicht zu lange,........Schatz, gleich kommen unsere Gäste.“
Die Stimme seiner Mutter, wollte, da sie ihn doch liebten, ihnen das antun? Aber was hatte er noch für Möglichkeiten? Entweder er gab ihnen was sie wollten und er litt sein Leben lang Höllenqualen, oder er befreite sich jetzt von allem Bösen, dass er geschafft hatte ihm Laufe der letzten Jahre und insbesondere der letzten Stunden in sich aufzunehmen. Er musste es tun. Die Hand mit der Rasierklinge glitt langsam an seine Hauptschlagader. In der Zeit ließ er den ganzen Tag noch einmal passieren, wieder und wieder, dazu kamen jetzt Stellen aus seinem eigenen Leben und dann tat er was er tun musste. Ein kräftiger Ruck und das Wasser färbte sich dunkel Rot. Richard spürte wie das Leben in immer rascheren Zügen aus ihm wich.
Das Letzte was er sah, war sein Blut gemischt mit Wasser
Das Letzte was er roch, war der eiserne und doch süßliche Geruch von Blut.
Das Letzte was er spürte, war wie sein warmes Blut an ihm runterlief.
Das Letzte was er hörte, „Ich wusste irgendwann werden die Zeiten mit dem Jungen besser, heute kam er mir fast glücklich vor.“
Intelligenz und Wahnsinn sind eng miteinander Verbunden und sobald etwas kommt, was uns aus unserem Alltagstrott Herausholt, kann es schnell sein, das manche das nicht verkraften. Denn wenn jeder Mensch sich selbst genau kennen würde, müssten wir uns, aufgrund unserer eigentlichen Neigungen, selbst hassen.
Da fällt mir ganz spontan noch etwas ein:
Lieben heißt Leiden, aber heißt Leiden nicht, dass wir wirklich lieben?<<<
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Kommentare
Jan R. schrieb am 2009-03-17 20:54:13:
Wow ich kenn dich ja aber das du soo gute geschichten schreibst hätte ich echt nich gedacht! respekt...!
Günter schrieb am 2007-01-25 20:15:48:
Deine Geschichte ist wirklich unglaublich!!1 Sie hat mich tief berührt und jetzt Frage ich mich, ist so etwas wirklich schon einmal passiert?!!
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