der film beginnt
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Lueftungauf4
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der film beginnt,
der vorhang schwebt langsam beiseite, das rot bricht sich schwach im licht, das immer dunkler wird bis es langsam erlischt. voller erwartung sitzt du auf einem sitzplatz weit hinten, weg vom geschehen. willst dich konzentrieren, willst jeden moment inhalieren. möchtest das er nie vorbeigeht, doch wenn der abspann kommt, mußt du aufstehen und durch die schalldichtende stahltür gehen, die sich nur mit viel mühe aufstoßen lässt. diese erwatrtung aber auch das wissen, daß es vorbei sein wird, bevor du den film überhaupt richtig aufgenommen hast und verarbeiten kannst lässt dich unruhig auf deinem weich gepolsterten sessel hin und her rutschen. du stellst dir vor, wieviele leute wohl schon in dem sessel saßen. tätowierte kerle, die ihr erstes date mit der blonden frau darin verbrachten. sie haben sie wohl in einem nachtklub kennengelernt. die musik wummert, das stroboskop blitzt und kämpft sich den weg durch den nebel. ein muskulöser jüngling mit weißem muskelshirt hat die kopfhörer am ohr und versucht konzentriert den takt des nächsten liedes durch all die wirren klänge, die da im nachtklub herschen herauszuhören. verzweifelter übergang, gerade so gerettet. ein leichtes grinsen und hände in die luft.
normalerweise weiß man was passiert. sie mögen sich nicht, ein paar schüße und in deckung gehen und dann der kuß. frauen schwelgen in romantik, männer warten auf die nächsten explosionen. du bist unvoreingenommen. der film ist alles für dich in diesem moment, weil du abwechslung brauchst. du willst deinen kopf erlösen von den gedanken, die nie gehen wollen. wenn du sie vergisst, dann kommen sie sofort wieder, weil du merkst das etwas anders ist, irgenetwas fehlt. es ist wie ein abfluss, der gar nicht so schnell das wasser schlucken kann, das der laufende wasserhahn immernoch außspeit. das rauschen macht dich wahnsinnig, du willst das es aufhört. der überlauf kann die menge an wasser gar nicht aufnehmen, er gluckst und stöhnt bei dem versuch die wassermassen zu schlucken, vergebens. das becken läuft über und das wasser fließt beständig durch den ganzen raum, durchweicht den badewannenvorleger, alles wird nass. so fühlt es sich an, deine probleme durchtränken dein ganzes dasein, deine existenz ist durchgeweicht und vollgesogen mit all deinen gedanken, fehlern und problemen. du weißt natürlich daß du nicht alles wieder einfach so trockenwischen kannst. die maßen an kalt feuchtem stoff überwältigen dich und du verzweifelst und resignierst. es hat keinen sinn es aufzuwischen, wozu auch? und vorallem, wie auch? dein lappen ist zu klein, die massen zu groß, und der wasserhahn hört nicht auf. er stoppt einfach nicht, du kannst es nicht stoppen. zwangsläufig bleibt nur die flucht oder der verzweifelte versuch der massen herr zu werden. du versuchst zu entkommen, aber wohin? der flur ist dunkel, du kennst dich nicht aus, kannst nur ecken erraten und versuchst dich fortzubewegen. du stößt ab und an an irgendwelche harten gegenstände, die, deiner meinung nach schlecht konstruiert sind, das darf nicht sein, das etwas SO scharfe kanten hat. es schmerzt, aber du versuchst es weiter. du ertastest einen metallischen gegenstand in der höhe, in der normalerweise ein türgriff sein sollte. ja, das ist es, die lösung, geh durch die tür. lauf weg vor all dem wasser. tu es!
stop.
was ist dann? wenn du sie öffnest, was erwartet dich? du weißt nicht wo du bist, und was du bist. bist du überhaupt in der lage türen zu öffnen? selbst wenn dein körper dafür geschaffen ist, türklinken herunterzudrücken und die schwere holztür an sich zu ziehen, kann dein kopf die gedanken verarbeiten? weißt du wie das geht? was erwartet dich, wenn du die tür öffnest? es könnte alles sein, die wahrscheinlichkeit, daß es schlimm ist, was da draußen lauert, ist größer, als das, daß es etwas gutes ist. wie oft ist dir schon etwas gutes passiert? was überwiegt? sind es nicht nur die positiven ereignisse, die dich am leben halten. man hangelt von ast zu ast. du versuchst dich daran zu erinnern, was schön war, was besonders war. das negative muß ausgeblendet werden, es behindert nur und stört deine existenz. es erinnert dich nur daran wie schlecht du bist, was du anders hättest machen sollen, oder am besten gar nicht gemacht hättest. es frißt dich von innen her auf, weil du es bist. du zerstörst dich selber. deine fehler zerstören dein leben und alle schlechten ereignisse jucken wie eine wetterfühlige narbe und lassen dir keine ruhe. du bist müde und willst nur in ruhe und frieden einschlafen, die kälte frißt dich auf und deine muskeln zittern, und lassen dich wissen, daß du immer noch wach bist.
lass los,
was bleibt ist das kurzweil des 16mm lichtbildstreifen, auf das du so gespannt bist. versuch es zu genießen. versuch dein ich hinter dir zu lassen und dich ganz mit dem hauptdarsteller zu identifizieren. es geht durch dunkle gänge mit scharfen ecken, hinter jeder ecke lauert gefahr. nein, denk nicht daran, tu es einfach. es wird gut ausgehen, es geht immer gut aus, oder?
meistens wenn du versuchst dich freizukaufen von deinen lastern endet es im fiasko. es verschlimmert die anglegenheit nur noch. und es ist keine angelegenheit, die du einfach so beiseite schieben kannst. diese angelegenheit ist mehr, die angelegenheit: dein leben! wozu? du fragst dich andauernd: wozu? wozu, frag ich dich. was bringt dir das? macht es dich glücklich, nicht glücklich zu sein? macht es dir spaß, dich auspeitschen zu lassen von deinen gedanken, warum das alles? bringt es dir etwas, wo du doch so genau weißt, das es keine antwort gibt? die suche nach dem nichts. manchmal denkst du, das nichts hast du schon gefunden, weil du denkst, du bist nichts. klar, du gehst unter in all deinen problemen, den sorgen, dem resignieren und deiner unwissenheit. warum? weil es dich nicht loslässt, UND weil du auch nicht loslassen kannst. weil du angst hast. wenn du loslässt, was dann? diese ungewissheit ist schrecklich. was erwartet dich, wenn du die tür öffnest? der mensch hat naturgemäß das bedürfniss sich an dass zu klammern, was er kennt, manchmal sogar wenn es schlecht ist. vor unbekanntem hat er angst, so wie ein hund der auch angst hat, wenn er zum ersten mal eine katze sieht. hund sollte man sein, rein instinktgesteuert. diese gedanken bringen dich über kurz oder lang um. aber abschalten kannst du sie auch nicht, wie auch? das würde bedeuten, deine existenz und dein ich abzuschalten, das geht nur auf einem weg und das ist der LETZTE WEG.
sie küssen sich, endlich. du dachtest sogar schon, sie würden sich nicht küssen. es ist ein schöner kuss, sie schließt die augen und er realisiert, daß er sie liebt und sie ab jetzt das einzige ist, wofür er weiterkämpfen würde.
er fixiert sein ziel,
sie und er. so würde es ausgehen, und dafür wird er weiterkämpfen, bis zum bitteren abspann. es läuft dir kalt den rücken hinunter als 5 bis 10 menschen aufeinmal auflachen bei einer skurillen situation, die du wieder mal nicht mitbekommen hast,
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