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Kategorien > Träume > Alptraeume

der traum - oder wie man sich selbst aufgibt

von Patrick N. Winters

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Die Straßenlaterne stand da, und spendete spärliches Licht. Sie erleuchtete einen Traum welchen ich seit Monaten vergeblich zu verdrängen, versuche.
Sie stand da, bewegte sich nicht, spendete Licht und schaute zu.
Wir standen da, in einer Seitengasse, die ihr Leben zweien Hochhäusern verdankte, die sie durch ihr dichtes Beisammenstehen begrenzten und sie dadurch zu dem machten was sie war, eine Seitengasse. Wir standen da, in einer Seitengasse, neben einer Laterne und wir standen trotz des starken Regens, trotz des Windes und der aufkommenden Kälte nicht alleine. Aber zu diesem Zeitpunkt wusste ich das noch nicht. Mir tat alles weh, ich wurde geschlagen. Hatte blutunterlaufene Augen und bekam kaum Luft.
Sie stand da, bewegte sich nicht, spendete Licht und schaute zu.
Ich stand da, in der Stille, mit gesenktem Kopf und hörte zu.
„Warum hast du das getan? Warum hast du nur,…“
Ich hob den Blick, sah ihr in die Augen. Schmerz, Trauer, und Angst blickten mir entgegen. Sie weinte. Die Tränen liefen aus den Augen, über die sanfte, unschuldige Haut, über ihre zarten wunderschönen Lippen in Richtung Kinn, wo sie ihr jähes Ende fanden. Ich setzte an um etwas zu sagen, doch plötzlich begann sie zu schreien: „Es reicht!“, und gab mir eine schallende Ohrfeige. Aber es war noch nicht vorbei. In ihrer immer stärker werdenden Hysterie schrie sie weiter: „Es reicht!“, und gab mir jedes Mal eine weitere Ohrfeige.
„Es reicht, es reicht, es reicht,…“
Als es vorbei war hob ich ein zweites Mal den Blick, und sah ihr in die Augen. Wut und Hass blickten mir entgegen. Der Wind nahm an Stärke zu. Sie war nicht mehr sie selbst, sie war jemand anders, jemand den ich zwar vergessen glaubte, doch den ich noch immer sehr gut kannte.
Und vor meinen Augen wurden aus Wut und Hass, wieder Schmerz, Trauer und Angst.
„Warum hast du das getan? Wie konntest du nur,…“
Der Wind nahm weiter zu.
Sie stand da, gab dem Wind langsam nach, spendete Licht und schaute zu.
Plötzlich, spürte ich am ganzen Körper, stechende Schmerzen. Ich hob die Hand und sah zu wie die Narbe an meinem Finger aufbrach. Ich sah einfach nur zu, als das Blut hervorquoll und über meine Hand floss. Sah einfach nur zu. Solange bis mein Blick rot wurde. Rot wurde von dem Blut das aus der Narbe über meinem Auge floss. Mein Knie war mittlerweile komplett offen, und ich spürte auch schon den altbekannten Schmerz an meinem linken Handgelenk. Und als ich so dastand und mein Blick langsam schwand, hörte ich Worte die ich längst vergessen hatte. Worte die ich nur aus Erinnerungsfetzen kannte. Worte die mir zu verstehen gaben, das da etwas war. Etwas das ich vor Jahren verdrängt hatte, in der Hoffnung nie wieder etwas davon zu hören. Doch zum gleichen Zeitpunkt als ich diese Worte aus ihrem Mund hörte, wusste ich das ich es nie ganz geschafft hatte es zu verdrängen. Die Worte lösten einen Schmerz in meinem ganzen Körper aus. Ich konnte nicht mehr atmen und hatte auf einmal das Bedürfnis mich zu verstecken, mich zu verkriechen, alleine zu sein. Und in den wenigen Sekunden in denen mir all das bewusst wurde, hörte ich, dass während sie sprach, sich ihre Stimme wandelte. Von ihrer sonst so wunderbaren Stimme war nicht mehr viel übrig geblieben. Doch die Stimme die ich jetzt stattdessen hörte, lies mich ruckartig zusammenzucken. Ich erlag unter Krämpfen im ganzen Körper der Schwerkraft, und fiel zu Boden. Und als ich da so lag, im Dreck, unter dem Lichtkegel der Laterne und mich krampfartig übergab, kam aus meinem Magen nur der bittere Geschmack von Galle und Blut.
Und die Worte hallten nach in meinen Ohren, immer und immer wieder, solang bis ich das Gefühl hatte, dass mein Trommelfell gleich reißen würde.
„Warum habe nur ich so eine große Schande als Bürde?! Warum nur ich?! Du bist schuld, du Vieh, du Trottel, du Schandfleck, du bist schuld daran, du bist schuld! Du bist schuld!“
Ich hielt mir die Ohren zu, schrie, wollte es nicht hören, wollte mich wehren. Doch während dem Versuch etwas zu antworten, stieg mir erneut ein Schwall des Blut-Galle Gemisches in den Mund, und lies mich unter Schmerzen husten, krächzen, kotzen.
Und so lag ich da, im Dreck. Zwischen meinem Blut und dem Erbrochenem. Zwischen meinen Schmerzen und meiner Schuld. Ich lag da, und niemand kam um mir zu helfen.
Und während ich dalag, hob ich meinen Blick und begann das Licht anzustarren.
Und das Licht starrte zurück.
Der Wind nahm zu.
Und das Licht starrte zurück.
Der Lichtkegel wurde größer, wurde heller, gewann an Stärke.
Brannte breiter, brannte stärker, brannte mir die Augen aus.
Der Wind nahm zu. Verwehte fast die Worte aus der immer größer werdenden Dunkelheit, rings um mich herum.
„Was liegst du da und tust nichts?! Das ist sowieso das Einzige was du kannst,…“
Galle aus meinem Mund, Blut aus meinen Narben, Blut aus meinem Bauch.
„…, das Einzige was du kannst,…“
Auf der anderen Seite meiner selbst, gegenüber dem Hass auf mich, begann der Boden zu ächzen, zu schreien. Begann sich selbst zu fressen, - begann aufzureißen. Ein immer größer werdendes Loch - ein Spalt - fraß alles auf was ihm in den Weg kam. Den Dreck, den Boden, die Wand, die Luft.
Und das Licht starrte zurück.
Brannte breiter, brannte stärker, brannte mir die Augen aus.
Mein Blick schwand, wurde matt, zerrann. Bis ihn die ewige Dunkelheit übermannte. Ich wurde blind.
Ich hörte den Wind, ich hörte das Loch wie es fraß, ich hörte die Worte. Die letzten Worte meiner Erinnerung.
„Mach einmal in deinem Leben etwas richtig und lass mich für ein paar Tage in Ruhe! Hörst du?! Ob du mich hörst, du Trottel?! Hörst du mir überhaupt zu? Du sollst dich in ein paar Tagen wieder bei mir melden, du Ratte! Du Schandfleck! Und Wehe dir du gehst mir nach,… geh gefälligst den Weg für deinesgleichen, in die andere Richtung als normale Menschen! Und jetzt bis in ein paar Tagen!“
Ich hörte Schritte in der Dunkelheit, Schritte weg von mir. Schritte die mir zu verstehen gaben, dass ich alleine war.
Zwischen der Geräuschkulisse, die sich aus Schritten auf der einen und das Brodeln der Hölle auf der anderen Seite, bildete, lag ich und blutete. Ich roch den Geruch meiner verbrannten Augen, schmeckte das Blut und die Galle aus meinen Magen, blutete aus meinen Narben, und hörte dass ich alleine war.
Aus gutem Grund.
Ich hatte den einzigen Menschen der mir etwas bedeutete, zum Weinen gebracht. Ich hatte sie dazu gebracht mich zu hassen. Und wie hatte ich das vollbracht? Wie hab ich es geschafft einen so zarten, sanften, liebevollen Menschen wie sie nur so zu verärgern, dass die Hölle meinetwegen aufbrach um mich zu holen. Wie konnte ich es fertig bringen, in ihre wunderschönen Augen, Tränen zu treiben?
Ich hatte Angst. Hatte Angst etwas falsch zu machen, hatte Angst durch meine Fehler ohne sie leben zu müssen, hatte Angst ihr weh zu tun.
Doch jetzt war es zu spät, viel zu spät. Ich Trottel, ich Vieh, ich Schandfleck,…
Das Loch hatte die Straßenlaterne erreicht. Mit einem Zischen schmolz das Metall. Mit

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Kommentare

kathii schrieb am 2009-04-14 16:39:28:
en bisschen langweilig find ick aber interessante schreibweise, so wie du det alles beschreibst find ick echt gut, aber musst a ma nach einer interessantereen handlung gucken so

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