die Pferdedunkle
von
Faraday
1
Ungeduldig trat er gegen das Holztor. Sie müsste schon längst hier sein, hätte ihm längst die Freiheit schenken müssen. Er hasste es eingesperrt zu sein. Sein Temperament war zu wertvoll um es eingeschlossen zu halten. Er hasste es von ihr abhängig zu sein und doch liebte er sie. Er konnte ohne sie nicht leben und sie nicht ohne ihn. Sie brauchte ihn nur gemeinsam waren sie frei und unabhängig, frei von aller Verantwortung und den unendlich langweiligen Ratssitzungen an denen sie teilnehmen musste.
Er hörte Schritte, und lauschte in die Nacht. Er konnte das singen ihres Körpers hören. Jede hatte ihren eigenen Klang, aber ihren würde er immer wiedererkennen. Er schlug mit dem Huf gegen das Tor. Doch sie öffnete nicht. Die Ungeduld wuchs. Immer noch waren Schritte zu hören auf dem kalten Steinboden des Ganges und auch ihre Musik konnte er hören, doch sie öffnete nicht. Er drehte sich und stampfte mit den Hufen, er wieherte laut, wollte sie ihn nicht hören? Er wandte dem großen Tor das ihn von der Freiheit trennte den Hintern zu. Dann holte er aus und trat es ein. Es barst unter einem schrecklichen Geräusch und für einen Augenblick verstummte die Musik. Er drehte sich wieder und blickte in Augen kalt wie die See. Sie waren wunderschön wie die Nacht in die er unbedingt entfliehen wollte. Sie hielt ihn mit ihren Augen gefangen, bis jeder Rest von Wut ihn ihm verloschen war.
„Ich musste noch auf die Nacht warten“
Es war längst Nacht, schon vor wenigen Stunden war die Sonne am Horizont verloschen, es hatte längst begonnen. Die Freiheit hatte ohne ihn begonnen. Er konnte ihr nur noch hinterher rennen.
Sanfte Hände holten ihn zurück in die Wirklichkeit.
„Mach dir nicht zu viele Sorgen. Es ist genug Zeit. Wir müssen nicht vor dem nächsten Mond wieder hier sein.“
Er schnaubte leise, als sie ihn hinaus in die Nacht führte. Jedes Mal war es ein befreiendes Gefühl wenn sie ich hinaus aus dem Stall führte und die kühle Nachtluft ihm in die Mähne fuhr. Er sah ihr dabei zu wie sie sein pechschwarzes Fell vom Staub des Tages befreite. Seine Mähne wehte ihm Wind und verwob sich sanft mit ihren Haare. Sie waren genauso abgrundtief schwarz wie die Nacht. Jedoch schimmerten sie silbrig im Mondlicht und umfingen ihre kräftigen Glieder. Sie war dennoch viel zu zierlich für ein so großes Tier wie ihn, aber sie war die Einzige die er duldete. Die Einzige ihrer Art die jemals auf seinem Rücken gesessen hatte. Jede ihrer Bewegungen verriet was sie war, doch keine zeigte wie sie war. Ihre Augen waren klar und kalt wie das Meer. Das dunkle Blau das jeden ihrer Feinde zu Stein machte blickte ihn sanft und zärtlich an. Er liebte sie, auch wenn er längst dazu verdammt war ihr für immer zu dienen. Ihre Arme schoben ihm nun langsam und zögerlich die Zügel über die Schnauze. Er schüttelte den Kopf, er hasste es gebändigt zu werden. Er konnte es nicht ertragen eingesperrt zu sein und diese Reitutensilien für normale Pferde empfand er als Gefängnis. Sie lächelte ihn an und nahm ihm das Halfter wieder ab.
„Verzichten wir diesmal darauf, und genießen die ganze Freiheit“
Sie war aus ihren Diensten geflohen. Niemand wusste dass sie jede Nacht ritt. Sie ritt um anderen den Tod zu bringen. Sie ritt um allein zu sein. Viele wussten was die Feen der Nacht waren, nicht aber was sie den Menschen brachten. Ihre Schönheit verzauberte sie. Ihre Augen ließen sie erstarren und machten ihre Arbeit leicht. Sie war die Schönste von allen, ihre Haare waren länger, sie trug sie offen und ließ sie sich über die Schultern gleiten. Ihre Haut war hell, sie war edel. Ihre Beine waren lang und kräftig. Der dünne Rock flatterte um ihre Hüften. Er war aus schwarzer Seide und der silberne Armreif um ihren Arm war versehen mit schwarzen Edelsteinen. Das Lederoberteil das sie trug gab den Blick auf ihren Bauch frei und formte ihr Dekolleté. Ihr Bauch war flach gab mit der hellen Haut eine wunderbaren Kontrast zu ihrem sonstigen Erscheine. Sie war die Königin. Eine Gefangene und nur für wenige Stunden in der Nacht frei. In denen sie aus den Mauern des Palastes entfliehen konnte ohne dass es jemand merkte. Doch diesmal würden sie länger fort bleiben. Die alljährlichen Ratssitzungen waren abgeschlossen und man gestand ihr ein wenig Zeit in der sie allein sein konnte ein. Doch wenn sie gewusst hätten, dass sie diese Zeit mit ihm verbrachte, hätte man sie gewiss im Schloss eingesperrt. Es war sowieso ihr Gefängnis geworden, ob man sie nun einschloss oder nicht. Sie war Herrin über alle dunklen Pferde und Königin über die Nachtfeeen die totbringenden. Aber über sich selbst war sie nie mehr Herrin gewesen, nachdem sie den Thron bestiegen hatte. Eine Gefangene in ihrem eigenen Leben. Nur in der Nacht war sie ihr eigener Herr.
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Kommentare
RVHoppyGFeeNarzisse297199513 schrieb am 2009-05-15 17:15:25:
Echt cool geschrieben! =D Du bist mein Vorbild!!!
putty7 schrieb am 2009-02-12 13:18:53:
Dem kann ich mich nur anschließen...
Hast du schon mal an einem Schreibwettbewerb teilgenommen? Ich glaube, deine Chancen auf einen Sieg stehen nicht schlecht!
kyouyama schrieb am 2008-07-01 18:42:42:
....
wow
echt tolll
ich liebe deinen schreibstil...
deine wortwahl und wie du alles umschreibst... es ist wirklich gut
du bist mein Vorbild ^.^
gut... echt gut...
lg jasmin
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