die magische 13
von
Jennifer Jenny
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>Oh Shit!<, fluche ich laut.
Mein Andalusier Schimmel rammt die Beine in den Boden und will nicht mehr weiter. Sie schnaubt.
>Was machst du für Dummheiten? Hier ist doch nichts! Wir müssen zum nächsten Dorf in einen Gasthof oder willst du unbedingt draußen schlafen?<, damit kann ich sie ködern.
Ich schüttele nur den Kopf. Er ist ein super treues Pferd, aber manchmal macht sie komische Dinge.
Es dauert nicht lange, bis wir in dem nächsten Dorf ankommen und einen Gasthof finden. Ich steige von meinem Ross und binde es an einen Pfosten. Langsam trete ich ein in die warme Stube. Der Duft von Alkohol strömt mir entgegen. Ich schlendere auf die Wirtin zu und spreche sie an.
>Haben sie noch ein Zimmer und einen Platz für mein Pferd?<
>Natürlich. Evan!<, brüllt sie.>Bring in zum Stall und hilf ihm. Dann bring ihn hoch zu den Zimmern, die 6.<
Komische Frau, denke ich nur und folge einem jungen Mann.
>Wie ist euer Name?<
>Kenneth.<
>Und weiter?<
>Das ist uninteressant.<, tue ich seine Frage ab.
Ich binde mein Pferd los und folge Evan um das Haus herum in eine Scheune. Altes Ding, denke ich, aber der Schein trügt. Von innen könnte sie gar nicht besser aussehen. Die Scheune wird gut gepflegt.
>Die letzte Box. Wie viel Futter möchtet ihr?<
>Ein halbes Kilo Gerste und zweihundert Gramm Hafer.<
>Ja Sir.<
>Bitte, nenn mich Kenneth. Ich bin noch nicht so alt.<
>Ja Kenneth. Braucht ihr eine Decke für euer Pferd?<
>Wenn ihr mir eine geben könnt.<
Ich streichele Sonadors Stirn. Sie genießt es. Sie mag es, wenn ich ihr Aufmerksamkeit zukommen lasse.
>Bitte.<, ertönt eine Stimme hinter mir.
Ich nehme den Eimer entgegen und fülle den Trog von Sonandor.
>Sie ist wunderschön.<
>Ja. Das ist sie wohl.<, stimme ich ihm nachdenklich zu
>Warum zieht ihr im Winter durchs Land?<
>Ich bin auf dem Weg nach Russland, um einen Freund zu besuchen. Ich war lange nicht mehr dort.<
>Oh. Nach Russland?<
>Ja. Warum fragt ihr?<
>Ich wollte schon immer mal dort hin! Könnt ihr mich nicht mitnehmen? Ich werde euch gar nicht auffallen!<
>Mit welchem Pferd denn?<, schmunzele ich.
Er denkt ernsthaft darüber nach.
>Mit dem meines Vaters.<
>Nein, ich kann euch nicht mitnehmen. Es ist gefährlich.<
>Bitte!<, fleht er.
>Behalte deinen Stolz und frage nicht mehr danach..<, weise ich ihn zurecht.
>Ja Sir.<
Ich sattle mein Pferd ab und reibe es trocken. Danach folge ich Evan ins Haus und lasse mir mein Zimmer zeigen. Es ist nicht schlecht. Für eine Nacht geht es auf jeden Fall. Die Satteltaschen lasse ich achtlos auf den Boden fallen und wasche mich erstmal.
>Kommt schon. Ihr kennt mich doch!<, versuche ich den Bauern umzustimmen.
Er scheint wirklich darüber nachzudenken. Doch mir ist schon klar, wie die Antwort lauten würde.
>Nein. Ich darf euch nicht mehr einlassen.<
Den Grund will er mir nicht nenne. Aber ich bin zu stolz um zu betteln. Ich reite weiter, zum Frust meines Rosses, das sich schon auf eine gemütliche Box gefreut hatte.
>Tut mir wirklich leid.<, tröste ich ihn.
Er schüttelt den Kopf.
>Northern Dancer. Bitte vergib mir, aber ich weiß ja nicht einmal, warum!<
Mein wunderbarer Quarter Horse Hengst nickt.
>Danke.<
Wir reiten weiter und langsam bricht die Dämmerung an. Bis wir endlich in ein Dorf kommen. Es ist klein. Schnell finde ich darin ein Gasthaus. Das wahrscheinlich auch das einigste ist. Ich binde Northern Dancer an und gehe hinein. Die Männer betrachten mich skeptisch. Wahrscheinlich begegnet ihnen nicht so oft eine Frau in Reitkluft. Ohne Kleid. Aber ich bin auf der Druchreise. Ich habe einen Auftrag. Ich muss nach Russland.
Ich frage mich, warum mir alle so leicht abkaufen, dass ich meinen Freund in Russland besuche und nicht eine Besprechung, wie es wirklich ist.
Ich wurde eingeladen. Ich bin einer der Auserwählten. Ich werde dort erwartet. Die anderen Teilnehmer werde ich erst viel später kennen lernen. Ich werde sie zuerst gar nicht zu Gesicht bekommen. Ich muss zuerst kleine Botenaufträge und Aufgaben erledigen, bevor ich richtig loslegen darf. Zumindest denke ich, dass es so ist. Und auch sein kann.
Ich muss grinsen.
Leise klopft es an die Tür.
>Ja.<
Ein junges Mädchen betritt den Raum.
>Ihr Pferd, Sir. Es scheint ihm nicht gut zu gehen.<
Ich nicke nur. Mein Lächeln verschwindet sofort auf meinem Gesicht. Dann folge ich ihr in den Stall. Und es scheint ihr wirklich nicht gut zu gehen, denn sie liegt auf der Seite im Stroh und rührt sich nicht. Leise, um Sonador nicht zu erschrekcne kniee ich neben ihr nieder und streichele sie.
>Geht es eurem Pferd nicht gut?<, eine melodische Stimme erklingt.
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