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Kategorien > Fantasy > Werwölfe

die verlassene Traumburg

von Freedom

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Das Tor

Wum! Sie torkelte zurück dröhnende Schmerzen schossen durch ihren Kopf. Wo zum Geier kommt dieser Blöde Baum her? dacht sie, während sie ihre sich nun bildende Beule betastete. Klar, dachte sie, ich stehe im Wald… Aber wie lange lauf ich hier schon rum und was mach ich hier überhaupt? Boahr diese Kopfschmerzen machen mich fertig! Langsam ließen die Schmerzen nach und sie konnte wieder klar denken. Dann erinnerte sie sich auch. Sie war von zu Hause weg gerannt. Ihre Eltern haben sich gestritten, ihre große Schwester hatte sie angeschrieen, in der Schule sackte sie ab und dann hatte dieser Penner aus ihrer Klasse geklingelt und wollte sie mal wieder zum Eis einladen. Im strömenden Regen. Es regnete immer noch. Jetzt wusste sie auch wieder, wohin sie wollte! Sie wollte zu der alten Ruine, die mitten im Wald stand. Sie war früher schon oft da gewesen und hatte sich ausgemalt wie die Burg ausgesehen haben muss, und wie man dort gelebt hatte. Das war ein schönes Spiel und sie hätte es den ganzen Tag spielen können doch irgendwann kam wieder ihre Schwester und schleifte sie unbarmherzig wieder mit nach Hause.
Fort von den Drachen. Fort von dem großen See in der Mitte der Burg. Und fort, von den Geheimnisen der Dämmerung. Denn sie war sich damals schon ganz sicher gewesen. In der Dämmerung passierte etwas! Doch sie kam nie dazu raus zu finden was, da sie schreiend, bittend und weinend weggezogen wurde.
Doch heute sollte es anders werden. Die Ruine war in Vergessenheit geraten und niemand wusste wo sie war. Sie selbst mittlerweile auch nicht mehr, doch als sie sich nun umsah erkannte sie einzelne Steine, Bäume und Lichtungen auf die sie früher geklettert war, um nach feindlichen Kriegern Ausschau zu halten, oder auf denen sie sich auf den Boden gelegt hatte als ein Zähnefletschender, wütender Bär sie verfolgte.
Plötzlich ragten graue Wände vor ihr aus dem Boden. Sie reichten fast bis an die Baumspitzen und bestanden aus schweren, grauen Steinen. Sie war sich nicht sicher, diese Mauern jemals gesehen zu haben… Sie lief um die Mauern herum. Dann sah sie es. Ein riesiges Tor das einen Spalt offen stand. Verwundert und Neugierig schlüpfte sie hindurch und ein Traum erfüllte sich für sie. Dort, in der Mitte des Hofes sah sie einen kleinen See, auf dem Platz wucherten alle möglichen Blumen, Schlüsselblumen, Schafgaben. Butterblumen, Gänseblümchen und viele mehr. Auch ein Apfelbaum wuchs in einer Ecke. Langsam hörte es auf zu regnen und sie sah sich verträumt um. Das Äpfel, Schlüsselblumen, Klatschmohn und die Wärme die sich nun ausbreitete nicht zusammen passten, bemerkte sie gar nicht. Sie ging verträumt zum Apfelbaum und pflückte sich einen schönen, roten Apfel. Damit setzte sie sich an den Rand des Sees, zog die Schuhe aus und ließ die Füße in dem klaren Wasser gleiten. Bewundert sah sie sich um und musste an so viele Dinge denken, an die sie als kleines Kind denken musste. Sie fing an, die Melodie ihres Lieblingslieds zu summen. Es war eine einfache Melodie, doch das Lied hatte eine besondere Bedeutung für sie. Sie strich sich ihre langen, braunen Haare zurück. Da kam ihr eine Idee. Sie würde hier, bei dieser Burg bleiben, bis sie wieder nach Hause wollte. Vielleicht hätte sich bis dahin auch die miese Stimmung gelegt? Sie stand auf und sah sich die Burg genauer an. Sie fand eine Zisterne mit klarem Trinkwasser und mehrere Türen. Eine alte Küche und einige alte, verstaubte Räume. Sie stieg eine Treppe hinauf, die zu einer Tür führte, doch die Tür schien verschlossen und sie wollte sie nicht aufbrechen. Sie merkte die Zeit über nicht, dass sie beobachtet wurde.

Der Wolf

Es dämmerte und sie war müde vom vielen laufen. Sie fand eine Ecke, in dem dichtes Moos den Boden bedeckte. Sie suchte trockene Äste zusammen und zog Streichhölzer aus ihrer Tasche. Sie wusste nicht warum, aber sie hatte schon immer ständig Streichhölzer mit sich mitgeschleppt. Nach einiger Zeit prasselte ein Feuer auf dem Boden in genügend Abstand zu dem Moos. Darüber hielt sie nun einen Apfel an einem Stock. Bald darauf duftete es nach gebratenem Apfel und sie aß mehrere von den roten Früchten. Als sie satt war stand sie auf und suchte die Stelle, an der sie bei ihrem Umherschauen eine Quelle gefunden hatte. Genießerisch trank sie von dem erfrischenden, kühlen Wasser. Sie blickte verzaubert umher. Es sah wie eine Oase aus. Rankende Pflanzen schlängelten sich von dem Bergvorsprung in das Wasser und verliehen ihm einen grünen Schimmer. Das Quellwasser sprudelte aus einem Klaff in der Wand hervor und füllte die tiefe Ausbuchtung neu. Sie konnte Grillen zirpen hören. Eine Libelle kam heran geflogen und nippte an der Wasseroberfläche. Verträumt ging sie wieder zurück zu ihrem Schlafplatz. Dabei summte sie wieder ihre Lieblingsmelodie. Sie war so verträumt, wie sie sich fühlte. Das Feuer glimmte noch schwach und sie legte neue Äste drauf. Dann begab sie sich wieder zu dem kleinen Teich und genoss die sternenvolle Nacht. Als sie den Blick wieder auf Bodenhöhe senkte dachte sie, sie müsse Tod umfallen.
„W-w-was zur Hölle?“, stotterte sie erschrocken. An der anderen Uferseite saß ein Hund und betrachtete sie aus schlauen, honigfarbenen Augen. Das ist aber ein großer Hund…ein verdammt gr…er ist zu groß für ein Hund…schossen ihre Gedanken wild durch den Kopf. Was zum Teufel ist das. Diese Kopfform…diese Rute…das ist ja „ein Wolf!“, rief sie entgeistert aus. Das Tier machte keine Regungen, sondern blickte sie nur weiterhin an. Es schien sie zu mustern. „was machst du denn hier? Du willst mich doch nicht fressen?“, unsicher lächelte sie das Tier an. Der Wolf zeigte immer noch keine Reaktion, schien sie nur weiter zu mustern. Doch seine Augen strahlten eine solche Intelligenz aus, dass sie fest davon überzeugt war, dass er sie verstand. Und dies war ihr unheimlich. „na ja, würdest du das vorhaben hättest du es schon längst gekonnt, was?“ sie blickte das Tier an. Und…bildete sie es sich ein? Es hatte fast den Anschein, als würde ein kleines Lächeln in dem Gesicht des Wolfes entstehen. Sie blinzelte irritiert. Doch als sie ihn wieder anblickte, starrte er sie nur weiter starr an. Sie schüttelte den Kopf. „unmöglich…“ murmelte sie, blickte das Tier jedoch weiterhin prüfend an. „wohnst du hier? Es tut mir leid, wenn ich dich störe. Es ist nur…“ warum erzähle ich das alles einem Wolf? schoss es ihr durch den Kopf. Dennoch erzählte sie weiter „ich brauch ein wenig Abstand von meiner Familie, verstehst du?“ wie denn? Ich rede mit einem Wolf…verdammt. „und ich kam früher schon immer hier her, weil ich diesen Ort einfach liebe…jetzt habe ich ihn wieder gefunden…stört es dich wenn ich hier bin?“ Keine Reaktion. Wie erwartet…sie gähnte. Noch ein letztes Mal ließ sie die Beine in das klare Wasser hängen und summte diese Melodie. Ihre Melodie. Dann richtete sie sich auf. „ich bin müde. Ich gehe dann jetzt schlafen. Du auch?“, das Tier hob nur den Kopf, als sie aufstand. Es hatte nicht eine Sekunde den Blick von ihr

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