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dreamcatcher
von
Lille-peach
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Kapitel 1.
Das Wasser flüsterte, sprach sogar zu ihr, während sie erschöpft und kraftlos an der Uferböschung lag. Ihr Atem ging stockend, seit dem die Sonne aufgegangen war, war sie nur gerannt, aus Angst die Fänger könnten sie doch erwischen. Zwar hatte sie noch niemand eingeholt, aber wer weiß wie lange das noch so blieb. Eine kalte Wasserhand legte sich ihr auf die Stirn, zuerst erschrak sie, entspannte sich dann jedoch gleich wieder und genoss die kühle Berührung.
Es war Abend als sie sich nach Stunden wieder erhob, die Sonne ging am Horizont, schon in einem warmen orange-rot unter und die ersten Sterne traten an den Himmel. Sie schloss die Augen und betete, dass sie nun wieder ein ganz normales Mädchen sein würde, als sie sich über den Fluss beugte, um ihr Spiegelbild zu betrachten. Aus dem Fluss blickte sie ein Mädchen mit silbernen Augen an. Ihre dunkelbraunen Locken waren in zwei lockeren Zöpfen zusammengebunden, die ihr links und rechts über die Schultern fielen und durch ihre blasse Haut noch mehr hervor stachen. Und da wo nur Haare hätten sein sollen, ein ganzes Stück über dem Ansatz menschlicher Ohren, lugten zwei schwarze Katzenohren heraus. Es war nicht wirklich, es konnte nicht wirklich sein. Gestern sah sie noch wie ein ganz normales 17-jähriges Mädchen aus und nun halb Mädchen halb Katze, mit ihren Ohren und ihrem Schwanz.
Das Wasser begann wieder in seiner eigenen Sprache zu flüstern und seine kühlen, feuchten Hände nach ihr auszustrecken, jedoch sprang sie auf, bevor die Hände sie erreichen konnten. Denn nachts war das Wasser böse und konnte einen töten. Langsam steckte sie sich und massierte ihre verspannten Muskel, das Laufen hatte sie ganz schön mitgenommen, weit würde sie heute Abend nicht mehr kommen. Und außerdem wurde es mit zunehmender Stunde auch gefährlicher alleine zureisen. Ein Geräusch in den Büschen hinter ihr lies sie zusammenfahren, langsam drehte sie sich um, immer darauf vorbereitet, bei der kleinsten Bewegung wegzulaufen. Zuerst konnte sie nichts erkennen doch als ihre Augen sich an die Dunkelheit zwischen den Bäumen gewöhnt hatten, konnte sie Konturen eines Körpers erkennen. Eines nahezu menschlichen Körpers. Panik stieg in ihr auf und dass Herz schlug ihr bis zum Hals. Nun haben sie mich doch gefunden… war der erste Gedanke der ihr durch den Kopf schoss und dann rannte sie in den Fluss hinein.
„NEIN!“ schrie eine Stimme hinter ihr. Doch es war schon zu spät. Bevor sie auch nur bis zur Hälfte des Flusses gekommen war packten sie eiskalte Hände, nicht die angenehm kühlen von vorhin, sondern eiskalte. Sie zogen an ihrem Armen, ihren Beinen und wollten sie mit sich nehmen, auf den Grund, von welchem es keine Wiederkehr gab. Sie rutschte auf einem glatten Flussstein aus und landete nun völlig im Wasser, verzweifelt paddelte sie mit den Armen, um sich über der Wasseroberfläche zuhalten, doch vergeben, die Wasserhände waren stärker und zogen sie mit sich, in das dunkle stille Reich des Flusses. Langsam ging ihr die Luft aus, sie schluckte Wasser als sie versuchte irgendwoher Luft zubekommen. Ihre Sicht trübte sich, doch noch bevor sie endgültig das Bewusstsein verlor, spürte sie wie zwei starke Arme sich um ihre Taille schlossen und ihren Körper den Händen des Wassers entrißen.
Ein Feuer brannte neben ihr, als sie das zum ersten Mal die Augen wieder öffnete. Sie zitterte, obwohl sie in einer Decke eingerollt war und so nah am Feuer lag, durch ihre nassen Sachen drang die Kälte wie eine Klinge in sie ein.
„Du musst dir etwas anderes anziehen, sonst erfrierst du.“ die Stimme kam von dicht hinter ihr und sie wirbelte herum. Ein Junge saß da in einen dunklen Mantel gehüllt, er hatte türkise Augen, die sich von seinen schwarzen Haaren unglaublich abhoben. Sein Gesicht war jung, er konnte nicht viel älter sein als sie höchsten zwei drei Jahre.
„Verstehst du mich?“ fragte er und erst jetzt bemerkte sie dass dieses nicht seine Heimatsprache war, sondern er sichtlich Mühen hatte sich mit ihr zu verständigen.
„Ja“ antwortete sie.
„Gut. Ich habe Sachen für dich, du solltest dich umziehen, bevor du erfrierst.“ sagte er und stand auf um zu seiner Tasche zu gehen die am nächsten Baum lehnte. Sie beobachtete ihn, vielleicht aus Angst, dass er sie im nächsten Moment versuchen würde zu töten, vielleicht aber auch wegen seiner unglaublich graziösen und eleganten Bewegungen.
Er suchte eine Weile bis er die Sachen fand und ihr zuwarf. Es war ein kurzes rotes Kleid, ein roter Umhang und weiße Wildlederstiefel. Er stand mit dem Rücken zu ihr und so schlüpfte sie aus den nassen Sachen heraus und in die neunen hinein. Sie passten wie perfekt, die weder das Kleid war zu eng, noch die Schuhe zu klein. Sie warf ihm einen verstohlenen Blick zu und musste feststellen, dass er nun wieder an den Baum gelehnt saß wie vorher und in der Dunkelheit lief sie rot an.
„Passt“ stellte er trocken fest „Bequem?“
„Ja, sehr. Danke.“
Er winkte ab.
„Wer bist du?“ fragte sie.
„Ich bin Lyonel Maris, ein Wassermensch.“ er wandte den Blick ab.
„Ein Wassermensch? Was ist das?“ Erstaunen spiegelte sich in ihrer Stimme wieder, noch nie zuvor hatte sie von Wassermensch gehört.
„Du weißt nicht was ein Wassermensch ist?“
„Nein“ sie lief schon wieder rot an, wäre sie doch nur öfters zur Schule gegangen, dann hätte sie vielleicht etwas über Wassermenschen erfahren und käme sich jetzt nicht so dumm vor.
„Wassermenschen… ja wo soll ich anfangen?“ er runzelte die Stirn „Mh… Wassermenschen sind im Grunde wie normale Menschen, nur dass wir Unterwasser leben können und sie nicht. Wir haben Kimen, hier.“ er deutete hinter sein Ohr „Und außerdem Schwimmhäute zwischen den Fingern und Zehen“ er spreizte seine Finger und sie konnte hauchdünne Häutchen erkenne. „Wir sind ein sehr altes Volk, mehrere Millionen Jahre glaube ich, unser Regierung ist so ähnlich wie bei den Menschen, wir haben einen König und einige Vertreter aus dem Volk um genau zu sein 9 sie helfen dem König mit Gesetzten, Urteilen und anderem. Ansonsten gibt es nicht viel was noch sehr interessant wäre zu erwähnen, aber du wirst selber sehen. In einer Woche sollten wir das Meer erreichen und dann kannst du dir dein eigenes Bild machen.“
„Selber ein Bild machen?“
„Ja, wir werden morgen früh aufbrechen, ruh dich ein wenig aus.“ er schloss die Augen und gab ihr somit ein Zeichen, dass das Gespräch beendet war. Sie rollte sich in ihrem neuem Umhang zusammen und schloss die Augen, vielleicht war alles doch nur ein böser Traum und Morgen würde sie in ihrem Bett erwachen.
Das zwitschern der Vögel weckte sie, es war noch dunkel draußen. Sie schlug die Bettdecke zurück und stand auf, der Raum war niedrig, gerade so hoch das sie aufrecht stehen konnte, er diente ja auch nur zum schlafen. Ein rascheln ließ sie zusammen zucken es war so laut und nah, doch dann erkannte sie in der Dunkelheit dass sich die Matte, die vor der Tür hing, bewegt hatte, doch so laut hatte sie das Geräusch nicht in Erinnerung. Und auch ihre
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Kommentare
Jeiy schrieb am 2009-01-20 14:33:41:
Hallo Lille-peach!
Also, erst einmal muss ich meine Gedanken ordnen. Es kommt in letzter Zeit (leider) seltener vor, dass ich Geschichten kommentiere, bin also auch etwas aus der Übung ^^
Nun, vorweg kann ich jedenfalls schon mal sagen, dass mir Anfang wirklich gut gefallen hat. Du beschrebst sehr bildhaft und anschaulich und schaffst es eine gewisse Spannung aufzubauen, die Lust auf mehr macht ( z.B. wer ist die Protagonistin, weshalb hat sie Katzenohren bzw. einen Katzenschwanz und vor wem flieht sie eigentlich?).
Hat mir, wie gesagt, wirklich gut gefallen.
Ab dem Punkt wo dann aber dieser Wassermensch (nette Idee nebenbei ^^) auftaucht, habe ich gewisse Probleme.
Zum einem finde ich es etwas seltsam, dass man zwar den Namen des jungen Mannes erfährt, deine Hauptfigur sich selbst aber nicht vorstellt. So bleibt also immer noch die Frage offen, wie 'sie' denn nun eigentlich heißt? Nebenbei ist es doch auch unhöflich sich selbst nicht vorzustellen ^^
Als etwas unglaubwürdig empfinde ich auch die Aussage deines Wassermenschen, dass 'sie' mit ihm zusammen reisen wird. Ich meine, die beiden haben sich doch gerade erst kennengelernt, oder nicht? Und da hat 'sie' gar keine Einwände mit irgendjemandem, den sie nicht kennt, zu einem Ort zu gehen, an dem sie noch nie zuvor gewesen ist?
Kommt für mich alles ein bisschen plötzlich...
Das letzte, und vielleicht auch größte Probleme seh ich allerdings in dem Ende dieses Abschnittes. Irgendwie kommt es mir hier so vor, als gehe es plötzlich um eine andere Person? War das beabsichtigt? Wenn ja, dann hätte ich das durch einen Absatz oder Ähnliches kenntlich gemacht. So jedoch verwirrt es den Leser.
Ist 'sie' hier dieselbe 'sie' wie zuvor? Wenn ja, wo ist 'sie' denn dann plötzlich? Was ist überhaupt passiert und wer (oder was?) ist eigentlich 'Etienne'?
Diese Fragen habe ich mir zum Ende hin gestellt. Gut möglich, dass du diese noch aufklären wirst aber bisher wirkt es, wie gesagt, noch sehr verwirrend auf den Leser.
Ich will dich mit dieser (für meine verhältnisse seeehhhr ausfürlichen) Kritik nicht entmutigen, nein! Du schreibst wirklich gut, das lass dir gesagt sein. An einigen Stellen braucht deine Geschichte bloß noch ein paar Überarbeitungen und genauere Erklärungen. Aber weiter schreiben solltest du auf jeden Fall! Ich jedenfalls würde mich freuen mehr von dir zu lesen (auch, wenn ich wahrscheinlich nicht immer so viel dazu schreiben werden könne ^^)
Nun denn, ich hoffe ich konnte dir helfen!
Mfg
Jeiy
P.S.: Wir können doch nicht wissen, wie DEINE Geschichte weiter geht ^^ Du hast so gute Ideen, ich bin mir sicher, das schaffst du auch ohne unsere Hilfe!
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