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Kategorien > Fantasy Liebes Drama > Liebe

dreamcatcher

von Lille-peach

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Einen Moment überlegte sie, ob sie weiter liegen bleiben sollte, entschloss sich dann aber doch zum Gegenteil und stand auf. Es war kühler geworden, erster Raureif sammelte sich auf dem Boden und mit jedem Schritt knackte es unter ihren Füßen. Bald würde es anfangen zu schneien und wieder mal lag Luna dann unter einer dicken Schneedecke.
„Du bist schon wach?“ eine ungläubige Stimme hinter ihr ließ sie herumfahren. Gabriel stand wieder auf der Lichtung und sah sie erwartungsvoll an.
„Überrascht?“ fauchte sie und drehte sich weg, nach dem was er gestern gesagt hatte war sie nicht unbedingt darauf aus mit ihm zu reden.
„Ich dachte nur…“
„Was?! Nein, sag lieber nichts.“ Mariéve wollte nur noch weg, der Wald sah sehr einladend aus und so machte sie einen Schritt in die Richtung. Finger legten sich um ihr Handgelenk und zogen sie zurück, so dass sie genau vor Gabriel stand.
„Lass mich erklären. Es tut mir Leid.“ Setzte er an.
„Ich will nichts hören, lass mich gehen.“ Ludwig und Elias waren inzwischen auch aufgewacht und beobachteten gespannte das Gespräch zwischen ihnen.
„Warte!“ sagte er, aber sie machte schon einen Schritt vorwärts, als er sie im selbem Moment zurück zog, ihr Gleichgewicht geriet außer Kontrolle und sie fiel in Gabriels Arme. Seine Brust war warm, sie konnte sein Herz schlagen hören, seine Hände lagen um ihre Taille, sanft aber fest.
„Ich… es tut mir Leid was ich gestern gesagt habe.“
„Schon in Ordnung, ich glaube ich habe vorhin etwas übertrieben.“ Ihre Stimme hörte sich fremd an, sehr hoch und piepsig. Er lachte.
Und dann wurden sie auseinander gerissen, sie sah Gabriel durch die Luft fliegen, er fing sich gerade noch so und landete etwa zwanzig Meter von ihr entfernt. Vor ihr stand eine Gestalt, schwarze Haare wehten im Wind.
„Lyonel!“ er neigte den Kopf leicht zur Seite.
„Ischt alles gut mit dir?“
„Ja, ja mir geht es gut.“ In seiner Hand hielt er ein Schwert. „Lyonel, was willst du mit…“
„Und nun zu dir, du Parasit, stell disch!“ schrie er Gabriel an.
Ein letzter Blick von ihm streifte ihr Gesicht, dann erschien in seiner Hand ein flammendes Schwert. Rotes Feuer umspielte die Klinge. „Engelsfeuer.“ Flüsterte Lyonel, dann rannte er auf ihn zu, Gabriel zögerte nicht lange und folgte seiner Geste. Klirrend krachte Stahl auf Stahl. Sie schrie. Lyonel und Gabriel wirbelten so schnell umeinander, dass ein menschliches Auge ihnen nicht hätte folgen können und ein paar Mal verfehlten die Klingen nur knapp ihre Haut. Mariéve lief auf die beiden zu um sie aufzuhalten, sie packte Gabriel der ihr am nächsten nun stand am Arm und riss ihn herum. Er ließ sich darauf ein und blickte ihr in die silbernen Augen, sie sah in seinen nur Schmerz und Verzweiflung. Und dann ohne Vorwarnung, ohne das Gabriel es hätte erahnen können traf Lyonels Schwert seinen Rücken und zerschnitt sein Hemd und fuhr ihm ins Fleisch. Er keuchte, seine Knie knickten ein und er fiel auf den Rasen. Elias und Ludwig waren sofort bei ihm, doch bevor sie ihn anrühren konnten spannte er seine Flügel und schoss in den weiten Himmel. Sie stand noch immer da wo sie kurz zuvor seine Hand gepackt hatte. Blut schimmerte auf dem Grass und sie sackte ebenfalls ein und ließ sich ins feuchte Grass fallen.
Dunkle Schatten krochen über ihre Hand die immer noch auf dem Boden lag. Es wurde langsam dunkel. Elias und Ludwig hatten sich schon vor Stunden verabschiedet und waren gegangen. Lyonel hatte kein Wort gesagt und saß mit gesenktem Kopf und abweisendem Blick unter einer großen Weide, von der manche Äste den Boden berührten. Der Wind hatte aufgefrischt und sie fröstelte etwas, doch das wollte sie nicht zugeben. Immer wieder kreiste ein einziger Gedanke in ihrem Kopf umher Wie ging es Gabriel und wo war er? Sie hatte tausende Antworten und Theorien, doch eine unwahrscheinlicher als die andere Lyonel hatte den ganzen Tag nichts gesagt und sie war auch froh darüber dass er einfach nur da saß und sie in Ruhe ließ. Sie wollte noch nicht reden, noch nicht.
Die Nacht kam und ging, Mariéve bemerkte es kaum, erst als die ersten Sonnenstrahlen über die Bäume auf die Lichtung krochen blickte sie das erste Mal seit Stunden auf und erhob sich dann auch langsam. Jeder einzelne Muskel schmerzte vom langen Stillliegen und ihre Knochen knackten als sie sich erhob, doch es interessierte sie nicht. Eigentlich interessierte sie nichts, außer diesem einen Gedanken. Der einzige auf den sie keine Antwort bekommen würde. Ein Seufzen kam über ihre Lippen und Lyonel blickte auf.
„Geht es dir gut?“ fragte er tonlos, er schien die Antwort zu kennen.
„Ja“ log sie, jedoch nicht sehr überzeugend, er runzelte die Stirn und stand auf.
„Lass und aufbreschen, wir dürfen hier nicht zu lange verweilen. Es wird von Minute zu Minute gefährlischer.“
Sie erhob sich ebenfalls und folget ihm in den dichten Wald hinein, es war ihr gleich wohin er ging, sie wollte nur noch weg.
Sie redeten nicht, kein Wort kam über ihre Lippen, sie konzentrierte sich auf das Gehen und achtete mehr auf ihre Schritte als auf etwas anderes, so vergingen Stunden, dann Tage und schließlich ein ganzer Monat, sie rastete Nachts liefen Tags und redeten nur das aller nötigste, wenn es zum Beispiel um den Standort des Nachtlagers ging, ansonsten war es ein stummes Hintereinander hergehen. Lyonel führte sie und Mariéve folgte. Nicht mehr und nicht weniger.
Sie hatten den Berg Teris weit hinter sich gelassen und den dichten Wald mit ihm auch. Sie befanden sich momentan auf dem Weg über die verlorene Steppe. Es war ein trostloser Ort, keine Bäume, kein Wasser, nur Sträucher und wilde Tiere. Schon zweimal waren sie am heutigen Tag auf einen Säbelzahntiger gestoßen und beide Male hatte sie Glück gehabt nicht gefressen worden zu sein. Sie waren dem Meer nun sehr nahen sie konnte es riechen, ihre Sinne waren viel schärfer seit dem sie sich verändert hatte. Mariéve blieb stehen und sog die Luft tief ein bevor sie mit zwei leichten Sprüngen zu Lyonel wieder aufgeschlossen hatte. Er bewegte sich mit größter Vorsicht, um so wenig Geräusche zu machen wie möglich, irgendetwas hier verunsicherte ihn sehr. Dann sprang direkt vor ihnen ein weiterer Säbelzahntiger aus den Sträuchern und baute sich bedrohlich knurrend vor ihm auf. Lyonel hatte sein Schwert gezückt rührte sich aber keinen Millimeter.
„Lyonel?! Alles in Ordnung? Auf was wartest du?“ ihre Stimme klang hoch gerade zu panisch und wie bei den letzten beiden Angriffen hatte sie sich wieder hinter ihn gestellt und gewartet.
„Es ischt komisch…“ Lyonel schien abwesend zu sein, seine Stimme klang weit weg.
„Komm schon töte den Säbelzahntiger und lass uns weiter gehen.“
„Das ischt kein Säbelzahntiger.“ Sagte er und drehte den Kopf leicht zu ihr „Dass ischt ein Silberläufer.“
Sie sah genauer hin und tatsächlich die Pfoten waren silbern. Nun musterte sie den Tiger mit größerem Interesse, die Fellfarbe schwankte, zwischen dem goldbraunen der Säbelzahntiger und einem silberweiß von einem Schneeleoparden. Soweit sie

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Kommentare

jenny schrieb am 2009-10-20 21:40:06:
gefällt mir. freue mich auf die fortsetzung :-)

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