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Kategorien > Fantasy Liebes Drama > Liebe

dreamcatcher4

von Lille-peach

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einmal kam sie sich dreckig und unscheinbar vor, wie eine Ente unter Schwänen. Unter seiner Haut spannten sich bei jeder seiner Bewegungen die Muskeln. Es war ein faszinierendes Schauspiel, wenn man bedachte dass sie noch nie einen Mann nackt gesehen hatte, auch nicht nur so halb. Selbst wenn die Männer im Sommer auf dem Feld gearbeitet hatten waren sie immer vollständig bekleidet gewesen, auch wenn die Sachen relativ kurz gewesen waren. Gabriels Bewegungen waren genauso graziös wie Lyonels… LYONEL!!!! ‚Wie es ihm wohl ging?’ dachte sie.
„Wie geht es Lyonel?“ fragte Mariéve und drängte sich an Elias vorbei zu ihm durch.
„Dem dunkelhaarigen? Er wird es schaffen, braucht nur ein wenig Schlaf. Morgen wacht er wahrscheinlich auf.“ Sie seufzte erleichtert. ‚Immerhin stirbt er nicht’ dachte sie ‚Es hätte also noch schlimmer kommen können.’
„Wenn er aufwacht werden wir gehen. Ihr könnt gerne mit uns kommen… aber ich bezweifle, dass ihm das gefallen würde.“ Ludwig machte eine kurze Pause, um seine Worte wirken zu lassen „Weißt du, die Wassermenschen halten nicht viel von Elfen…“
„Und noch weniger von Engel:“ ergänzte Gabriel und schnaubte. „Sie halten uns für Abschaum, Ungeziefer das sich bei Gott einschmeichelt um diesen Planeten zu regieren.“ Zorn funkelte in seinen Augen auf und er ging unruhig auf der kleinen Lichtung hin und her seine Flügel spannten sich um sich dann wieder anzulegen, es sah so aus als würde er mit sich ringen ob er nun weg flöge oder hier bliebe.
„Gabriel, entspann dich. Du musst entschuldigen Mariéve, Gabriel ist einer der drei Erzengel und noch sehr jung, im Gegensatz zu den anderen Engel.“ Sagte Ludwig und ließ sich auf den Boden sinken.
„Wie alt?“ fragte sie.
„Einhundertsiebenundzwanzig.“ Gabriel sah sie nicht an wären er sprach und es schien, als würde er die Grashalme einzeln zählen. „Du musst wissen, dass DAS für einen Engel kein Alter ist. Die anderen Erzengel sind um einiges älter, Michael ist viertausendvierunddreißig und Raphael ist siebentausendfünfhundertzwei.“
„Oh…“
„Engel sind unsterblich, außer sie werden getötet, sie können nicht an Alter oder Krankheit sterben“ ergänzte Ludwig als er ihren verwirrten Blick sah „es ist Zufall wann sie aufhören zu Altern, manche Engel, wie Gabriel hier zum Beispiel, bleiben bei zweiundzwanzig stehen andere wie Michael erst bei dreißig.“
„Das ist ziemlich unsinnig.“ Sie ließ sich ebenfalls auf den Waldboden sinken, gegenüber von Ludwig.
„Ja, das stimmt schon und deswegen wissen es nur die, die es auch glauben.“ Wieder dieses Lächeln, um seine Augen bildeten sich kleine Fältchen, die sein Gesicht noch schöner aussehen ließen, Gabriel lachte wirklich oft.
„Erzähl mir mehr“ bat Mariéve.
„Was willst du hören?“
„Alles.“
Und wieder lachte er, diesmal herzhaft und richtig „Alles? Alles ist ganzschön viel.“
„Ja, dann erzähl mir alles bis es morgen wird.“
Er grinste. Seine Flügel verschwanden und er lehnte sich gegen einen Baum, ganz nah bei ihr.
„Wir Engel haben eigentlich immer im Himmel gelebt. Nie wären wir auf die Idee gekommen ihn zu verlassen. Doch dann begann Luzifer eine Revolution, ich war gerade so alt dass meine Gestalt sich „versteinert“ hatte, sozusagen, also zweiundzwanzig. Wir alle kämpften, einige Engel auf Luzifers, einige auf Gottes Seite. Die Engel die mit Luzifer kämpften wurden mit ihm aus dem Himmel verbannt. Die Engel die verbannt wurden nennt man auch gefallene Engel. Sie besitzen keine Flügel mehr, nur zwei Narben an den Stellen. An diesem Tag kamen sie hier her, auf Luna.“ Er atmete kurz auf und fuhr dann fort. „sie fingen an unschuldige Menschen zu töten und unsere Verbündeten anzugreifen. Wir mussten handeln und so haben wir schließlich auch den Himmel verlassen. Die Sonne, der Mond und die Sterne blieben, sie verteidigen ihn gegen Angriffe von Luzifer, wir Engel und die anderen schützen den Planeten. Es war ein kalter Winter als ich das erste Mal dieses Land hier betrat, es schneite. Es war das erste Mal das ich etwas anderes als den Himmel gesehen habe. Es war wunderschön hier und dann kam der Frühling, der Sommer und ich dachte es kann nicht noch schöner werden, doch mit dem Herbst begannen auch die ersten Kämpfe gegen Luzifers Armee. Viele unseren einstigen Verbündeten kämpften nicht länger auf unserer Seite, Vampire, Kopflosereiter, Werwölfe und viele mehr hatten sich Luzifer angeschlossen.“ Er machte eine Pause, als müsste er selbst darüber nachdenken. Die Sekunden verstrichen während er einfach nur so an dem Baum lehnt, Elias und auch Ludwig, der noch eine Weile gelauscht hatte schliefen tief und fest. „Viele meiner Freunde starben. Ich weiß nicht wie viele Opfer dieser Krieg schon gefordert hat, doch wie es aussieht werden es noch einige mehr werden.“ Er lehnte sich zu ihr hinüber, sein Gesicht war nur noch Zentimeter von ihrem entfernt. Sein Atem roch süßlich, wie Honig und zugleich auch frisch, wie der Morgennebel. Seine Lippen bewegten sich sanft, aber elegant. „Aber nun bist du gekommen, du bringst uns Hoffnung. Hoffnung auf Frieden.“
Sie war erstarrt, seine Augen suchten ihr Gesicht nach irgendeiner Regung ab, doch sie konnte sich nicht bewegen, seine Worte hatten sie unvorbereitet getroffen.
Ich die Hoffnung auf Frieden?! Ihre Gedanken schweiften ab. Sie sah das klare Wasser des Flusses in der Nähe ihres alten Dorfes, das Gesicht ihres Bruders Etienne. Doch das alles löste sich plötzlich in Luft auf und sie saß wieder auf der Lichtung gegenüber von Gabriel. Tränen liefen ihr über die Wange und sammelten sich an ihrem Kinn, Gabriels Blick brach und er wandte sein Gesicht ab.
„Wie soll ich der Welt Frieden bringen, wenn ich nicht einmal selbst in Frieden leben kann?“
Er sah sie nicht an während er sprach und Mariéve kam es so vor als ob es ihm Leid täte das zu sagen, doch er ließ sich nichts anmerken. „Manchmal muss man sein eigenes Leben aufgeben um viele andere zu retten.“
Stille. Sie schwiegen und es schien als hätte auch der Wald plötzlich die Luft angehalten, denn kein Laut drang zu ihnen auf die Lichtung.
Und dann erhob Gabriel sich, in einer einzigen fließenden Bewegung griff er nach seinem Hemd, zog es sich wieder an und verschwand im Dickicht. Sie war alleine, von allen verlassen. Schwerfällig kippte sie zur Seite und schloss die Augen und ohne an etwas Bestimmtes zu denken sank sie in den Schlaf.
Der Morgen kam grau und drückend, nur langsam konnten sich einige Sonnenstrahlen durch die dicke Wolkendecke einen Weg bahnen, hinunter auf Luna. Mariéve lag immer noch zusammengerollt im Grass, Gabriel war noch nicht zurückgekommen und auch die anderen schliefen noch.

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Kommentare

Nella schrieb am 2009-09-18 18:26:28:
ich finde deine geschichte große klasse!! es ist total spannend und ich würde mich freuen wenn du einen fortsetzung schreiben würdest =)
jenny schrieb am 2009-03-31 13:23:48:
Ich finde es total schade, dass dies hier niemand einen Kommentar schreibt, denn deine Geschichte ist wirklich gut! Sie macht total spaß zu lesen, ich freue mich immer wieder auf den nächsten teil!:) lg
juli schrieb am 2009-03-25 22:06:01:
deine geschichte ist echt der hammer!!!
freue mich riesig auf den nächsten teil!!!!!!!!:)

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