ein Spätdienst auf einer Unfallchirugie
von
Eva-Lotte
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Es gibt solche Tage,wo man schon morgens beim Aufstehen weiß es wird kein schöner Tag.
Dann kommt man nach nem ordentlichen Stau auf Arbeit an und man sagt sich verdammt,es wird tatsache kein schöner Tag.Er wird sogar noch schrecklicher,als vorgestellt.
Die Kollegen geben einem zu verstehen das die Freude in ihren Gesichtern nicht ist dich wiederzusehn,sondern es ist eher ein Ausdruck der dir sagen soll..
"Yiphi...endlich ist Feierabend in Sicht und jemand der noch nicht so gestresst ist kann den Kampf beginnen.
Den, gegen das Chaos nach einem Frühdienst mit unzähligen Zugängen, Entlassungen und Operationen.
Wobei man das Gefühl hat der Druck und die Belastungen stetig und ununterbrochen steigen.Aber müsst nicht irgendwann eine Ende in Sicht sein?!Wann endet denn der Anstieg??
Doch nach der Übergabe,die irgendwie auch jeden Tag länger zu werden droht,steht eins fest:....es wird ein Kampf gegen Windmühlen...
Alleine schon beim Betreten des Stationsflures oder gar des Dienstzimmers dröhnen einem Hilfeschreie, vielmehr sinnfreie Rufe und Geklapper der Bettgittern in die Ohren.Aber nicht nur aus einem Zimmer.
Nein!!!
Lokalisation der Verursacher ist absolut zwecklos....aus jeglichen Ecken und Winkeln dieser Station kamen diese furchtbaren,nervenzerreibenden Geräuschkulissen.
Der verzweifelte,hilfesuchende Blick auf die Uhr sagt
"..Verdammt,es ist noch viel Zeit bis zur nächsten Übergabe,aber es ist viel zu wenig Zeit Herr über diesen Tornado´s zu werden der hier durchgefegt ist."
Also Zähne zusammen und durch....!!!!
Es scheint alles fast normal zu sein,
gut irgendwie schreien heute mehr Leute, die C2-Patienten scheinen sich hier auch über Nacht zu vermehren (verdammt es ist so hart und traurig mit anzusehen,was manche Menschen aus ihrem kostbaren Leben machen,die meisten sind noch so furchtbar jung)und die Weglaufgefährdeten werden auch immer mehr.
Zumal die den Eindruck vermitteln sich alle abzusprechen.Oder warum versuchen mehrere zeitnah abzuhauen,aber aus den verschiedensten Zimmern,damit die Schwestern den totalen Überblick verlieren und nicht wissen wen sie zu erst einfangen sollen?!.Das werde ich nie verstehen!!
Was ist denn hier nur los??
Wie immer sagt mir mein Unterbewusstsein mensch,geh doch nochmal zu der besonders unruhigen,sturzgefährdeten Patientin,nicht das ich eigentlich Abendbrot austeilen oder die Op-Papiere fertig machen müsste...ne ne...und was soll ich sagen...ich finde die Patientin auf dem Fußboden vor.
Verdammt!!!
Kennt ihr das Bild,wenn ein Maikäfer auf dem Rücken liegt und mit den Armen und Beinen strampelt um sich wieder aufrichten zu können??!!
So sah es auch aus, nur sind Maikäfer putzig, man kann ihnen mit links und einem Lächeln wieder aufhelfen .
Das Antlitz vor mir Bedarf einer zweiten Person,denn auch als Küken der Station kann man keine Wunder vollbringen.Vor allem machen Menschen grundsätzlich und vor allem in solchen Situationen nie das,was sie sollen.
Demnach war es der absolute Krampf, dem zappelnden Etwas ins Bett zu verhelfen,zumal sie ständig schrie"Sie müsse doch jetzt los müsse" und dabei unkoordiniert mit den Armen rumruderte....Oh man...
Ab einem bestimmten Alter denken die Leute man will ihnen Böses und dagegen müssen Sie sich mit allen Mitteln wehren.
Natürlich ist einer solcher Sturz nicht nur mit körperlicher Anstrengung verbunden.Nein,auch mit Papierkram und Telefonterror.
Denn an einem stressigen Nachmittag nen Doc zu finden,der meine kleine hysterische,verwirrte Patientin nach Verletzungen untersucht ,ist genauso gut wie die Nadel im Heuhaufen zu finden.
Gut,das mit der Nadel wäre einfacher,denn das Heu kann man anzünden und das Überbleibsel wäre dann mein Nähwerkzeug:)
Mal im Ernst sie schien sich beruhigt zu haben und nun zumindest ruhig,fast harmlos,wie ein Unschuldslamm im Bett zu liegen.Der Arzt wollte gleich zurückrufen(bis dahin waren schon 2 Stunden vergangen,ok gleich ist auch relativ) und mein Helfersyndrom verhalf mir wieder in diesen Zimmer.Warum auch immer
„...Tür auf ..Tür zu....Oh nein!!!!..“
Mal wieder die Kollegin gerufen und nochmal die Tür geöffnet...die Patientin lag noch im Bett soweit schonmal gut,aber verdammt was war geschehen.Überall Scherben und sämtliche Gegenstände aus dem Nachttisch lagen auf dem Fußboden und schwupps plötzlich flog ne Tasse.Sehr resistend die Krankenhaustassen.Gott sei Dank aber auch.
Kennt ihr das Gefühl wenn man denkt.“Was um alles in der Welt habe ich getan??!!Warum habe immer ich so ein Pech!?Und vor allem warum bin ich denn da schon wieder reingegangen??!!
Nun ,es muss ja einen Grund geben,warum ich bei manchen Kollegen als Chaosmagnet bezeichnet werde.
Aber hey so viel Pech habe ich nun wirklich nicht verdient!!???
Darüber nachdenken hilft leider in einer solchen Situation auch nicht,also Besen in die Hand und los gehts.Natürlich den Nachttisch weit weggeschoben und man mag es nicht glauben,zieht sie doch schon wieder mit aller ihr von Gott verliehenen Kraft an den guten Vorhängen...MAN(!!!!)..Es ist manchmal echt schwer ruhig zu bleiben,aber auch die Stoffe von der Gardinenstange haben wir ihr mit viel Fingerspitzengefühl und vereinten Kräften aus der Hand genommen.
Da knallt von jetzt auf gleich die Klingelanlage auf mein Schädel...wo hat sie die denn schon wieder her?!!Unglaublich!!!!
Diese Klingelanlage hat die Größe einer Fernbedienung und es ist nicht schön,wenn man zum Dank beim Verlassen des Zimmers Kopfschmerzen und dem damit verbundenen Schwindelgefühl mitbekommt,ich kann darauf verzichten,von den Ausdrücken mal ganz zu schweigen.
Inzwischen vermute ich ja das die "älteren Leute" erst jetzt mit den Kraftausdrücken rausrücken,denn früher hätte man ihnen den Mund mit Seife ausgewaschen...aber so was von!!!Schämen sollten sie sich!!!
Man mag es nicht glauben nach guten 3 Stunden kam auch der Retter der Stunde ... der mir diagnostizierte die Patientin sei orientiert!!!
Ohne Scherz...Eine Minute gesehen und wir wissen ja wie ältere Frauen beim Anblick eines "jungen"Halbgottes reagieren,sprachlos.Wenn man nüscht sagt,kann man ja auch nicht durchgeknallt wirken.
Stimmt schon!!
Aber als schlaue Schwestern haben wir für einen Moment die Zimmertür offen gelassen und unser Held revidierte seine Meinung sehr schnell.
Juhu 1:0 für die Schwestern.!!!
Zumindest konnten wir unseren kleinen Käfer zu diversen Untersuchungen(Röntgen,CCT) schicken und währenddessen unsere Weglaufgefährdeten wieder einfangen...und eins kann ich sagen..so ein Weglaufalarm an der Patientenzimmertür rettet einem den Papierkram für eine Suchanzeige.
Denn die Anzeige hat unendliche viele Seiten während das Sturprotokoll "nur" zwei hat.Zudem muss man inzwischen Richtlinien einhalten,puh,alleine diese zu befolgen kostet einem die halbe Dienstzeit inklusive der Pause(wobei dieses Wort inzwischen aus dem Krankenhausvokabular gestrichen wurde).
Das Ende vom Lied
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Kommentare
Freddy schrieb am 2012-01-09 09:45:45:
Tolle Geschichte hast du davon noch mehr?
marie schrieb am 2011-03-17 03:30:00:
ich bin auf deine story "ein spätdienst auf einer Unfallchirurgie..."
zufällig gestoßen und....ich bin begeistert! du hast das talent so lebensnah zu schreiben, dass ich förmlich mitlitt.
ich bekam sogar rückenschmerzen und erhob mich mit einem gequälten stöhnen + obligatorischen griff in den rücken vom schreibtischstuhl, obwohl ich gar keine schweren patienten, die in maikäferstellung zappelnd auf dem boden lagen, hochgehoben habe.
also...toll geschrieben!!!
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