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Kategorien > Psycho > Horror

hate-communicate Sonderdruck --- "Mord und Blutwu

von Brullshnuth

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Robert ging gerne am Ufer des kleinen Bachlaufes spazieren der sich gemächlich und in endlosen Bögen durch den nahe gelegen Stadtwald zieht.

Nach einem nicht enden wollenden Arbeitstag ist es der reinste Jungbrunnen noch einmal für einen kleinen Spaziergang aus dem Haus zu gehen. Das rege treiben im Büro und rund um seinen Arbeitgeber erschien Robert schon seit langer Zeit suspekt … Er versteht die ganze Aufregung um Börsencrashes, Ratingagenturen und staatliche Rettungspakete nicht mehr, seit dem er einmal aus einer melancholischen Laune heraus, im Obdachlosenasyl als 'Ehrenamtlicher' einen zähflüssigen Brei aus Kartoffeln, weißen Bohnen und Hirse mit der Kelle in die vergilbten Plastikschüsseln der bärtigen, zahnlosen Männer schöpfte.

Die Herbstluft strömt ihm beruhigend durch die Nasenflügel und kühlt angenehm den mandellosen Rachen.
So wie er es seiner kleinen Tochter beigebracht hatte, macht er es auch selbst sehr gerne... schlurfend mit den derben Stiefel durch die gelb-braunen Buchenblätter.
Wenn der Lärm der nahe gelegenen Bundesstraße ab und an zum Waldweg herüber dringt, reißt es Robert gelegentlich aus seinen angenehmen Tagträumen und es flackern ihm Bilder von Nutten auf schäbigen Raststätten, geheimen Schwulentreffs auf voll geschissenen Parkplätzen und verwesten Katzen in orangefarbenen Abfallbehältern, durch den Kopf.
Meist geht dies schnell vorüber, doch an diesem Abend schien das Flackern des Filmes, der sich hinter seinen Augen abspielte, nicht enden zu wollen.

Viel hatte sich geändert seit er vor einiger Zeit hinter dem Schweinetransporter her fuhr und glaubte bei offenem Fenster zu hören, dass die armen Kreaturen ihn nach Hilfe anflehten… Wäre er nicht so ein abgeklärter Kopf, würde er schwören, er habe dabei seinen Namen wahr genommen…
"Hilf Robert, hilf… Hilf Robert, hilf… Bitte Robert, BITTE!"
Schon immer lief ihm ein schauern über den Rücken, wenn er an einem Viehtransport vorbei fuhr. Weil er genau wusste wo und wie dieser enden würde und sich dafür schämte den blutigen Rest dieser armen Kreaturen zur Nahrungsaufnahme zu missbrauchen. Er konnte nie wirklich in die offenen Anhänger schauen, weil er Angst hatte ihnen in die Augen sehen zu müssen.
Robert aß genau so gerne Fleisch wie all die anderen Menschen, die er je in seinem Leben kennen gelernt hatte… Braten, Filet, Wurst und Pasteten mit Zwiebeln, Bratkartoffel und einem kleinen gemischten Salat. Wobei er das Kraut den Blättern vorzog und in der Soße einen süßlichen Einschlag am liebsten mochte.
Robert hatte sonst nie Wahnvorstellungen, die Geschichte mit dem Viehtransport ist und bleibt das einzige Vorkommnis dieser Art.

Trotzdem…

Er hätte nicht dort hin gehen sollen. Nicht zu dieser Veranstaltung gehen sollen, bei der all die ekligen Bilder in einem Video zusammengefasst wurden, wie es dieser Veganer-Verein zur Rettung aller Kreaturen auf Gottes Erde, damals tat.
Denkt er über diesen Abend nach, hebt es seine letzte Mahlzeit unweigerlich bis zur spröden Unterlippe."Infoabend zum Speziesschutz" nannte sich die Veranstaltung die Roberts nutzloses Dasein in eine von einer höheren Macht befohlene Aufgabe ändern sollte. Ab diesem Zeitpunkt hatte er eine Vision. Er würde ein deutliches Zeichen setzen, gegen Kleinbürgertum und Blutwurst.

Er hätte weiter in Fleischeslust Leben sollen, mit all den Leckereien die einem von den toten Tieren geschenkt werden, es wäre wesentlich einfacher gewesen... Für Ihn und Andere.

Doch dafür war es jetzt zu spät...

Die Demonstration vor dem städtischen Schlachthof, zu der er sich von der netten Vorsitzenden des Vereins überreden ließ, hatte sich wie ein ständig schmerzendes Brandzeichen auf Roberts Seele gelegt.
„Fleisch- und Wurstgenuss ist Mord an wehrlosen Kreaturen“
So stand es in riesigen blutroten Lettern auf den eilig zusammengeschusterten Bettlaken.
Robert wird nie das Gesicht des Mannes vergessen der auf direktem Wege, über den mit Pfützen übersäaten Platz vor dem Schlachthof, auf ihn zukam und ihm mit einem gezielten Faustschlag das Nasenbein brach.
Kleine rote Äderchen auf roten Wangen, kleine schlitzige Augen in einem überdimensionalen, kugelrunden Kopf. Eine Gummischürze als Schutz vor all dem blutigen Gedärm, die Ärmel des blau/weissen Stehkragenhemdes hoch gekrempelt, so dass die haarigen dicken Unterarme aussahen als gehörten Sie zu einem Silberrücken.

Als Robert nach 3 Tagen in der Nonnenklinik wieder die Augen aufschlug, sah er erst einmal eine geschlagene halbe Stunde dabei zu wie die Infusion, Tropfen für Tropfen, in seine Katheder auf dem Handrücken floss.
Die Schwester Oberin, mit ihrem wohl gestärkten Häubchen, sah in nur kurz durch ihre Falten verhangenen Augen an und murmelte „Glück gehabt…“ in ihren Damenbart.
Der Aufwärtshaken traf ihn genau unter die Nasenspitze. Das Nasenbein wurde durch die Wucht in den Schädel getrieben und blieb in der vorderen Stirnplatte stecken. 2 Milimeter weiter und Robert hätte lebenslang seine Suppe aus der Schnabeltasse trinken müssen.
Durch die Erschütterungen fiel Robert in einen 3 tägiges Koma, das sein ganzes Leben durcheinander bringen sollte. Die rohe Gewalt des ortsansässigen Metzgermeisters hatte das Hirn in seinem Cocoon aus milchtrübem Wasser ordentlich durchgeschüttelt.

Herr Lohmann führte seine angesehene Metzgerei genau neben der katholischen Kirche, in just dem Ort, in dem auch Robert, seit Anbeginn seines Lebens, oder jedenfalls seit kurz danach, wohnte.
Der Metzgermeister sang alljährlich an Ostersonntag mit dem Kirchenchor in der städtischen Turnhalle und engagierte sich bei unabhängigen kommunalpolitischen Gremien, die wohl eher dem konservativen Lager zu zurechnen sind. Gutbürgerlich, im wahrsten Sinne des Wortes.
Die Metzgersfamilie war auf jedem Volksfest gerne gesehen, immer adrett gekleidet, die Kinder allesamt studiert und selbst Gründer florierender Unternehmen.

Robert hingegen stand Zeit seiner Geburt eher auf der Schattenseite des Lebens.
Nachdem seine Eltern, in seiner frühesten Kindheit, an einem Auswanderungsversuch nach Argentinien scheiterten, lebte die Familie in dem schäbigen Wohnblock am Rande der provinziellen Kleinstadt. Ein Bau aus den 60er Jahren, in den man Anfangs all jene hin abschob, die ansonsten mit der Obdachlosigkeit zu kämpfen hätten.
Mittlerweile lag der Ausländeranteil im „Hochhaus“, wie man den architektonischen Schandfleck spöttisch im Ort nannte, bei rund 80 Prozent.
Robert hatte das nie gestört. Er übernahm die 2einhalb Zimmer Wohnung im 8ten Stockwerk irgendwann von seiner Frau Mama, als diese, 3 Jahre nach seinem Vater, auch das zeitliche segnete. Nach dem er seine Frau über eine halbseidene Agentur kennen gelernt hatte, gründete er im ehemaligen, stickigen Nest seiner Eltern seine eigene kleine Familie.

Robert liebte die kleine Tochter die ihm geschenkt wurde inständig und selbst seine Frau hatte er irgendwann einmal lieben gelernt. Die ersten Jahre nach der Vermittlung durch die Agentur

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