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Kategorien > Das Leben > Depressionen

hmm..hat noch keine Titel..ist traurig

von Mari

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Es war ein regnerischer Tag. Vormittags hatte es mit einem leichten Nieseln angefangen, dass jetzt zum späten Nachmittag zu einem unaufhörlich scheinenden Regenschauer geworden war. Wie der Wind zogen die Menschen, eiskalt durch die Straßen. Jeder einzelne von ihnen schien in seinen eigenen Tagtraum versunken zu sein. An den Gesichtern konnte man jedoch erkennen, dass diese Tagträume überfüllt mit negativen und verzweifelten Sequenzen waren. In jedem dieser leeren Blicke zeichnete sich eine starke Sehnsucht ab, die Sehnsucht nach Zufriedenheit. Mit sich selbst und ihrem Leben. Jeden Tag schufteten sie mehrere Stunden an ihren Arbeitsplätzen und versuchten so ihre Sehnsucht zu stillen. Ein scheinbar hoffnungsloser Kampf, jedoch dachte keiner von ihnen daran aufzugeben. Die wenigen die es taten, fand man erhängt, erschossen, erstickt in ihren Wohnungen und Häusern auf. Jedesmal wenn dies geschah, waren Freunde und Verwandte schockiert, da sie immer dachten, ihr Freund, ihr Verwandter hatte ein vollkommenes Leben und keinen Grund dies zu beenden. Verständlich, denn die wahren Beweggründe kannte meist nur der Selbstmörder selbst, und doch waren sie so simpel. Unteranderem keine glückliche Familie und kein gut bezahlter Job.

In der Einkaufspassage drängelten sich zahlreiche Menschen die dachten, dass sie durch das Einkaufen, für eine kurze Zeit zufrieden sein könnten. Sich gegenüber lagen der Second-hand Laden und eine Edelboutiqe. Oberflächlich betrachtet hätte man meinen können, dass sich dort zwei Welten gegenüber standen. Elegant und extravagant gekleidete Menschen betraten und verließen die Edelboutique. Auf der anderen Straßenseite betraten oder verließen spärlich gekleidete Menschen in den Second-hand Laden. Doch an Ihren Mienen konnte man sehen, das all diese Menschen Sehnsucht in ihren Augen hatten. Der Edelboutiqe-Einkäufer sehnte sich nach Liebe, nach Wärme - nach einer Beziehung. Der Second-hand Laden Einkäufer hatte das wovon sein Gegenüber täglich träumte, jedoch fehlte ihm das was sein Gegenüber in Überschuss hatte. Geld, ein großes Haus, alles was ein Herz an materiellen Dingen begehren konnte.

Die Gleichheit dieser Menschen, nahm jedoch weder ein Außenstehender noch die mit Sehnsucht erfüllten Menschen selbst wahr.
Nur sie - sie strich durch die Straßen und beobachtete einzelne Menschen und Menschengruppen intensiv. Sie suchte etwas um sich von ihren eigenen Sorgen und Problemen für einige winzige Augenblicke abzulenken, ja sie sogar für einpaar Augenblicke von sich zu werfen. Es klappte nur selten, denn zu sehr erinnerte sie der Blick der anderen Menschen an ihr eigenes Leid. An ihr eigenes kaputtes Leben.
Sie vertiefte ihren Blick in ein kleines Mädchen, das an der Hand ihrer Mutter glücklich und strahlend durch den Regen sprang. Ein Stich ging durch ihren Magen, darauf folgte ein drückender Schmerz. Wieder einmal wurde sie an ihre Mutter erinnert, an sorglose Kindertage.

Sie kämpfte, kämpfte gegen die Tränen die in ihren Augen standen. Doch sie gab auf. Sie ließ sie aus ihren Augen raus und über ihre Wangen laufen. Sie machte es ihrer Seele gleich, die auch aufgegeben hatte und alle verbalen Attacken über sich ergehen ließ. Sie fühlte sich wie ein wertloses Stück Papier auf dem ein Dichter einen für ihn miserablen Text verfasst hatte. Sie fühlte sich zerknittert durch die Worte ihrer Mutter, wie das Stück Papier durch die Hände des Dichters. Ein Fehler, etwas wertloses, etwas unbrachbares.
Wertlos, das Wort, das sie ihrer Meinung nach am besten beschrieb, das Wort das ständig in ihr herumgeisterte.
Sie wollte alleine sein. Weit weg von diesem dichten Gedränge. Sie ging zu einem abgelegenen Pfad und setzte sich dort auf eine Bank.


Sie krämpelte ihren Ärmel hoch. Man sieht sie noch, dachte sie während sie auf ihr Handgelenk blickte. Bilder stiegen in ihr hoch, Erinnerungen an die Verletzungen die diesen Narben vorausgegangen waren.
Gefühle aus diesen Augenblicken übermannten sie, ließen ihre Sehnsucht ausbrechen. Sehnsucht nach dem Ritzen. Sehnsucht nach der Macht über ihr Leben in dem Moment.
Doch sie wusste, dass sie sich nicht einmal diese Sehnsucht stillen konnte, ohne in Schwierigkeiten zu kommen.
Sie musste, wie so oft in ihrem Leben, auf das was ihr gut tat verzichten. Auch das Ritzen war so nah und doch so fern.


Diesen Text habe ich schon vor ungefähr 2 Jahren geschrieben. Meine Grundstimmung ist immer noch dieselbe. Würde gerne wissen, wie ihr meinen Schreibstil usw. findet.

MfG,

Mari

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Kommentare

roo sabbath schrieb am 2010-12-05 17:17:47:
ich finde das ist eine wundervolle arbeit -
so melancholisch ... und schwer. aber wunderschön-

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