nameless (fortsetzung folgt noch)
von
melina ludwig
1
Es war eine weite, öde Landschaft. Kahle Felsen, vereinzelte, verdorrte Büsche, nichts als Staub und Sand.
Die Sonne brannte auf meinen schon durchlöcherten Strohhut. Meine nackten Füße bluteten von den scharfkantigen Steinen auf denen ich mich fortbewegte. Die Geier kreisten. Meiner Kleidung sah man es an we lange ich schon durch diese Einöde wanderte, mit dem nackten Willen zu überleben. Bei mir hatte ichnur ein Amulett. Oval und golden. In dem Metall befanden sich haarfeine Gravuren, die zwei prachtvolle Vögel zeigten, diese richteten sich zu einem tiefgrünen Stein in der Mitte. Ein einfaches Grün und doch so vielfältig wie ein Wald voll safteiger Tannen.
Doch so schön das Amulett auch war, ich wusste nicht woher ich es hatte. Noch wusste ich wer und wo ich war. Ich erinnerte mich nur noch wie ich in diesem toten Land voll Staub aufgewacht war.
Ich befühlte meine Lippen. Sie waren ausgetrocknet. Kein Wunder, ich hatte auch schon seit dem Beginn meiner verzweifelten Wanderung keinen Schluck mehr getrunken. Natürlich wollte ich miene Erinnerung zurückhaben, doch zunächst musste ich weg von diesem grausamen schauplatz des todes. ich machte mir nichts vor, lange würde ich nicht mehr weiter gehen können, ich spürte schon wie sich in meinen Gliedern kraftlosigkeit breit machte. Jeder Schritt war eine größere Qual und Anstrengung als der davorige.
Nach ein paar Schritten sackte ich zusammen und meine Knie, wie mein Gesicht schlugen hart auf den Steinboden auf. ich konnte meine Augen kaum mehr offen halten, die Hitze war erdrückend. Mir war klar, dass bald die Bewusstlosigkeit einsetzen musste. Noch ein letztes Mal betrachtete ich den Weg vor mir, als ich etwas sah, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr für möglich gehalten hätte: eine Hütte! Höchstens zwei- vielleicht dreihundert Schritte entfernt. Doch meine Kraft reichte selbstfür dieses kleine Stück nicht mehr aus. Ich griff ohne jegliche Ahnung was ich tat zu dem Amulett um meinen Hals. Kaum hatte ich es berührt, begann es wie verrückt zu pulsieren. Als ich es betrachtete, sah ich, wie das Grün des Steins strahlend hell leuchtete. Langsam spürte ich wie meine Kraft zurückkam. Scheinbar schien mich das Medaillion auf seltsame Weise zu heilen, ja sogar zu beschützen. Zu gerne hätte ich gewusst woher ich diesen Schatz wohl hatte. Mit neuem Mut bewegte ich mich zu der Hütte. Sie bestand aus scheinbar eilig aufgeschichteten Steinen und ein paar Holzlatten. Insgesamt sah sie sehr instabil aus. Vorsichtig klopfte ich an die Tür. Als niemand aufmachte, trat ich ein...
Alles was ich sah war verlottert, alt und staubig. offenbar lebte hier niemand. Das Häusschen musste einmal sehr hübsch eingerichtet gewesen sein, es lag ein Deckchen auf dem kleinen Tisch in der linken Ecke des Zimmers, welches genau wie die Gardinen des Fensters geradeaus, rotweiß karriert war. in der rechten Ecke des Raums lag ein bunter Teppich aufdem eine Truhe aus massievem Holz stand.
Ich trat in die Mittedes Zimmers, alles roch alt und vermodert. Mit kleinen unsicheren Schritten näherte ich mich der Kiste. Auf ihr lag eine fingerdicke Staubschicht, vorsichtig entfernte ich diese. Jetzt erkannte ich, dass sie gusseiserne Scharniere hatte. Mit großem Kraftaufwand öffnete ich sie...
Ich fand einen kleinen, silbernen Dolch, auf dessen Griff die selben Vögel eingraviert waren wie auf meinem Amulett, doch den Dolch zierten zwei blaue Diamanten. Es war eine herrliche Waffe, scharf und schön. Ich steckte sie ein. Ich wollt das Haus verlassen und stand schon am Ausgang, als ich mich noch einmal umdrehte. Ich erkannte eine Tür hinter der Truhe, so gut getarnt, als wolle man sie verstecken. Erneut packte mich die Neugierde und ich öffnete die Tür. Vor mir lag nun eine Treppe die weit nach unten führte. Noch unentschlossen ob ich das Richtige tat, stieg ich langsam, Stufe für Stufe nach unten. Es war stockdunkel und ich konnte mir meinen Weg nur ertasten. Viele Gedanken gingen mir durch den Kopf, einer davon lies mich nicht los: Irgentetwas würde hier unten noch geschehen und es würde bestimmnt nichts angenehmes...
Als hätte Jemand meine Gedanken belauscht, drang ein unheimliches Geräusch an meine Ohren. Es hörte sich an, wie das Kratzen eines riesiger Fingernägel. Ein kalter Schauer lief über meinen Rücken, ängstlich drehte ich mich um...
1
Kommentare
Joker schrieb am 2007-03-16 17:42:01:
Find die geschichte spannend und hoffe das es bald einen 2. Teil gibt
Kommentar hinzufügen