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Kategorien > Anekdoten > Erfunden oder erlebt?

neulich klingelte das Telefon

von Stift

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Fettarm grillen mit dem Rommelsbacher funTasia Tepan Yaki Party Elektrogrill

Neulich klingelte das Telefon. Mit einem kurzen „Ja!“ meldete ich mich. „Hallo Stift“, hörte ich unsere gute Freundin, Susanne Zwicker, genannt: die heiße Suse, am anderen Ende der Leitung plärren. „Lange nichts mehr von Dir gehört!“
Die heiße Suse hatten meine Frau Gabriele und ich vor einigen Jahren auf so einer dösigen Verleger-Party kennen gelernt. Das war eine Mussveranstaltung der Art, die man nicht so einfach mit der Begründung- habe heute Fußpilz- absagen konnte. Es war gerade „in“, die neue Molekular-Küche auf den Olymp zu heben. Genau das Richtige für mich. Alle Speisen waren schön bunt und schmeckten arg nach Moppelkotze. Wir mussten dazu Wein aus Flaschen ohne Schraubverschluss trinken und uns zu allem Überfluss mit einem Spitznamen anreden. Die heiße Suse, so erfuhr ich, diente in einer Edelkochgeräte-Manufaktur. Sie mochte es übrigens gar nicht, wenn megabrüstige, in Chanel gekochte Damen, viel zu dicht an ihrem damaligen Begleiter vorbeischubberten und dabei mit verdrehten Augen ein „Hallllooooo Long Dong“ keuchten. Mein treues Weib und Suse verstanden sich auf dieser Edelproll-Party von Anfang an und wurden echte Freundinnen.
„ Hey Stift, sag Deiner Frau und meiner Freundin, dass der Grill unterwegs zu Euch nach Hause ist“.
„Wieso Grill?“ bellte ich recht giftig zurück. „Du weißt doch, dass ich Grillen nicht abhaben kann“ und versuchte, Ihr den Grund dafür zu erklären.
„ Ist vielleicht unwichtig,“ begann ich, „aber ich habe heute noch den widerlichen Gestank in der Nase, wenn ich an den Urlaub mit meinen Eltern zu Beginn der 60-ger Jahre in Lido Degli Estensi an der Adria denke“.

„Wir fuhren damals in einem kleinen, hellgrünen VW Käfer, der bis zum Bersten zugepackt war, dass ich während der gesamten Fahrt in der sogenannten Kofferkiste verbringen durfte, gen Italien. Selbstverständlich wurde damals während der Fahrt fast pausenlos geraucht. Von meinen Eltern meine ich natürlich, nicht von mir. Die VW Käfer-Heizung hatte genau zwei Einstellungen: zu kalt oder zu heiß. So stochten wir damals in diesem kleinen, höllisch überladenen hellgrünen Etwas mit bis zum Anschlag aufgedrehter heißer Heizung über den Brennerpass. Meine Eltern quarzten während dessen eine Fluppe nach der anderen, als gäbe es dafür einen Preis zu gewinnen.. Alle Autofensterscheiben blieben währenddessen selbstverständlich geschlossen, hätte ja auch kalt werden können. So zog die wörtlich atemberaubende Bergwelt - enge Serpentinen rauf - Blick in den verwaschen Himmel - enge Serpentinen runter - Blick in den mörderischen Abgrund und so weiter und sofort - wie in dichtem Nikotinnebel an mir vorüber. Hätte ich damals schon gewusst, wie man so richtig „auf Teufel komm raus“ betet, glaubt mir, ich hätte es getan. Mir war´s zu eng, zu heiß, zum Kotzen“.
Lido Degli Estensi, Adria.
Der Campingplatz mit eigenem Zugang zum Strand war uneben, hatte kleine Hügel, auf denen üppige Pinien standen. Die Pinien schmissen Moppen ab, groß und schwer wie Kanonenkugeln. In einer windgeschützten Senke wurde das kleine gelbe Hauszelt aufgebaut. Im eingehängten Innenzelt standen 2 knarrende Liegen für meine Eltern dicht bei einander, ich schlief auf einer in die Jahre gekommenen, ziegelroten Luftmatratze, die permanent unter Kurzatmigkeit litt, daneben. Im Vorzelt gab es Platz für 2 Campingstühle und einen winzig kleinen 2- Flammen-Gasherd, als „Kühlschrank“ diente ein ca. 50 cm tiefes Erdloch, das mein Vater mit einem alten, klapprigen Klappspaten ausgehoben hatte. Gekühlt wurde mit auf dem Campingplatz feilgebotenem Blockeis. Ich staunte nicht schlecht, als meine Eltern nach einem Tag ausgiebigen Sonnenbrutzelns und Brennens abends mit 4 Backsteinen und einem uralten Grillrost, wobei die Betonung auf Rost liegt, am Zelt auftauchten. „Das ist unser Urlaubs-Grill“, verkündeten sie mir stolz und wiesen dabei auf ihren Strandfund hin. Ich konnte mir natürlich nichts darunter vorstellen, ahnte jedoch bereits Fürchterliches. Mein Vater baute begeistert unseren Urlaubs-Grill vor dem Zelt auf, indem er jeweils 2 Backsteine übereinandergeschichtet sich gegenüberliegend aufstellte. Auf Ihnen thronte buchstäblich der-das Rost. Wir sammelten noch schnell kleine trockene Zweige und ein paar Moppen und trugen sie zum Grill. Abends saßen wir drei dann vor einem kleinen knisternden Grillfeuer. Ich fand das erstmal richtig abenteuerlich und außerdem hielt es auch noch einige Mücken auf Stechabstand. Es roch bedrohlich nach Waldbrand und Adria-Seeluft. Tags darauf ging´s in aller Frühe auf zum Markt, Fisch kaufen. Auf diesem Markt wurde alles angeboten, was nicht mehr rechtzeitig fliehen konnte. Ich erinnere mich an riesige, üppig beladene Obststände. Es roch dort verführerisch, frisch und fruchtig süß, einfach herrlich. Marktschreier mit Lederwaren, es waren hauptsächlich kunterbunte Damenhandtaschen, buhlten im lauten Wettstreit mit den Blumenhändlern, die scheinbar in aller Frühe das Paradies geplündert hatten, um die Gunst der hiesigen und fremden Marktbesuchern. Ich blickte dort lebenden Hühnern und Kaninchen, welche in viel zu engen, kleine Käfigen in der Vormittagssonne vorschmorten, in ihre traurigen Augen. Den Fischstand sah ich anfangs nicht, ich roch ihn, und das schon meilenweit, bevor ich die mächtigen Schmeißfliegenschwärme über dem Markthorizont kreisen sah. Dort angekommen, glotzten mich unzählige kalte, glitschige Augenpaare an. Fische: kleine Fische, große Fische. Lange, schlangenförmige Fische gaben ebenso wenig Lebenszeichen von sich wie die, wie mir schien, platt getretenen mit den großen, gefährlichen Zähnen. All diese elenden Kreaturen lagen in einer schleimigen, markant-würzig duftenden Brühe aus Fischblut und wenig Crasheis. Wer hatte dieses Massaker in Neptuns Reich nur angerichtet?
Aus den Augewinkelen beobachtete ich, wie mein Vater eine große Papiertüte voll mit handgroßen Fischleichenlaiben erwarb. Auf dem Rückweg kauften sie, meine Eltern, mir auch noch eine halbe Wassermelone. Die frische Wassermelone war in der brütenden Hitze des Südens eine Köstlichkeit. Der strahlend helle, heiße Sommertag war gerettet. Scheinbar. Dass man den Tag nicht vor dem Abend loben sollte, war mir bis dahin noch unklar.
„Heute Abend nach dem Waschen grillen wir,“ verkündeten mir meine Eltern.
„Jo, super“, dachte ich nur, „kann ja nicht so schlimm sein“. Also, wieder einmal kleine Holzstückchen sammeln, bei einander sitzen und mit dem Rauch Stechmücken ärgern. Doch dann verlief der Abend etwas anders.
Diesmal wurde der Urlaubsgrill mit Holzkohle befeuert. Kurz bevor sich der Grillrost über der nun weißglühenden Holzkohle dieser Schmalspur-Esse verflüssigte, kam mein Vater mit seinem Fang vom Morgen, der übel riechenden Papiertüte voll schleimigen, „frischen“ Sardinen hinzu. Vater war jetzt der Grillmeister, während Mutter und ich hungrig auf´s Abendessen warteten. Geschickt belegte er den Rost randvoll

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