nie mehr allein
von
Scorpion
1
Die Musik kam von weit her an ihr Ohr. sie vernahm sie fast so, wie als läge sie noch in einem, der Realität unwirklichen Halb-Schaf. Samantha liebte es, ihrer Mutter beim Klavier spielen zuzuhören. Sie liebte den weichen Klang des Flügels, der im Wohnzimmer, nahe der Küche stand. Sie hatten ihn von ihrer Grossmutter,die leider vor einem Jahr an Altersschwäche verstarb vererbt bekommen. Samantha hatte keine weiteren Geschwister. Sie wuchs als ein wohlbehütetes Einzelkind bei ihrer Mutter und ihrem Vater in einem kleinem Dorf auf. Schon immer wurde sie, wie es bei Einzelkindern ja oft der Fall ist, viel zu sehr verwöhnt. Aber das hielt nur an, bis ihr Vater mit seiner neuen Flamme auf Mutters Ehebett ein Schäfferstündchen abhielt und das, wo Mutter nur mal kurz Einkaufen war. Nicht besonders verwunderlich, dass sie dabei erwischt wurden. Vielleicht sogar mit Absichtlicher offenkundigkeit...Man weiss es nicht. Die Zeit zum Fragen blieb nicht mehr. zu schnell wurde die Scheidung eingereicht und Samantha und ihre Mutter blieben allein in dem grossen Einfamilienhaus wo sie einst als eine glückliche Familie zusammen lebten.
Seit dem Tod ihrer Mutter und der Scheidung, sass sie oft am Klavier und spielte traurige Lieder von Beethofen oder Bach vor sich hin. Samantha sass dann oft, so wie jetzt einfach daneben und hörte ihr zu. aber das Gefühl, dass sie alles nur wie durch eine dichte Nebelwand hörte ging, wie sehr sie sich auch anstrengte die wohlklingenden Klänge des Flügels Klar zu hören, einfach nicht weg. Plötzlilch roch sie etwas. Der Geruch war penetrant und liess sie nicht mehr los.Der merkwürdige Geruch, schien durch die Nebelwand zu ihr durchzudringen.Samantha versuchte den Geruch einzuordnen, aber es gelang ihr nicht, nur ein seltsames Gefühl der Freude überkam sie mit einem Male. Sie stand auf, um diesem metalischen, aber nicht unbedingt abstossendem Geruch zu folgen und bemerkte, dass er vom Flügel kommen musste.Mit einem Male und ohne weitere Vorwarnung lüftete sich der vorher noch dichte Nebel und liess den Blick auf etwas wunderbares frei werden.Sie sah am Klavier ihre Mutter, in einer Abstrakten, verkrampften Haltung sitzten. Ihre Hände, die aus ihrem Morgenmantel heraus guckten waren von schwarzen Flecken übersäht und auch ihr Gesicht war schon der Übelriechenden Verwesung zum Opfer gefallen. Tiefempfundene Freude stieg beim Anblick ihrer, in ewiger Todesposition verharrender Mutter auf und sie schloss sie in ihre Arme. "Jetzt werden wir für immer zusammen sein und nie wirst du hinfort gehen.Ich werde nie alleine sein": Von weitem hörte sie wieder die Musik, als sie sah, wie sich die Finger ihrer Mutter auf dem Flügel bewegten und der Nebel begann sich langsam zu verdichten...
1
Kommentare
Ronald schrieb am 2008-01-16 06:39:34:
Toll! In der Tradion der klassischen Geistergeschichten. Habe lang nichts mehr aus diesem Genre gelesen, werde mir gleich was von Poe aus dem Bücherschrank holen. Die Geschichte ist nicht zu lang und daher lohnt es sich sie mehr als einmal durchzulesen.
batmans_adresse@web.de schrieb am 2007-03-14 18:32:52:
Sehr unterhaltsam was du da zu Papier gebracht hast. Du ,hast es gut hingekriegt den für ein "Psycho-Geschichte" nötigen Flair aufzubauen.
Die Länge ist auch ok, zumindest hast du dadurch Langatmigkeit verhindert, die bei diesen spärlichen Infos auch eine Gefahr darstellt.
Tja, alles in allem hab' ich dein Werk gerne gelesen :)
Kommentar hinzufügen