nightmare
von
Jana Wolgast
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Soldaten, sie kommen immer näher. Sie schießen. Schneller, immer schneller müssen wir rennen. Ich kann nicht mehr. Ein riesiger Schmerz fährt mir durch die Brust, immer wieder. Ich ringe nach Atem. Es ist heiß, viel zu heiß zum Rennen. Samira ist neben mir. Sie schnauft. Sie kann nicht mehr. Sie stürzt. Schüsse. Ich drehe mich um. Will sie aufheben. Renn! Renn! Schüsse. Renn! Sie schreit es mir zu. Renn! Ich kann nicht. Schüsse. Die Soldaten kommen immer näher. Es ist laut, viel zu laut. Plötzlich sind sie da. Drei uniformierte Soldaten. Ich bin starr vor Schreck. Und dann: Peng. Röcheln. Sie ist tot. Die Soldaten werden immer mehr, sie lachen. Sie schießen. Peng, peng, peng! Alle tot. Meine Eltern, meine Freunde, alle! Das lachen wird immer höhnischer. Erschießt mich auch! Ich will nicht überleben! Nicht als einzige! Der pochende Schmerz in meiner Brust kehrt zurück. Er wird immer größer. Dann schwarz. Ich erwachte. Schweißgebadet lag ich in meinem Bett. Mit der Brust auf der Ecke des Nachttisches. Ich setzte mich auf. Langsam beruhigte ich mich wieder. Es war nur ein Alptraum, ganz ruhig. Ich rieb mir die schmerzende Stelle an der Brust, auf der die Nachtischecke eingestochen hatte. Nachdem ich mich beruhigt hatte, begann ich zu weinen. Nein, es war nicht irgendein Alptraum. Es war der Alptraum. Immer wieder verfolgte mich dieser Tag. Ich wollte neu anfangen und es gelang mir super. Nur nachts kehrte ich zurück in die grausame Zeit vor 7 Jahren.
Ich tastete nach meinem Wecker, stellte das Licht an und guckte auf das Display. 4.17 Uhr. Ich konnte also noch zwei Stunden schlafen, bis ich zur Schule musste. Ich legte mich wieder hin, schaltete das Licht aus und wartete darauf, dass ich endlich einschlief. Doch ich konnte nicht. Immer wieder sah ich vor mir die Gesichter meiner alten Familie. Ich hörte die Schreie und die lauten Schüsse. Das ist Vergangenheit! Immer wieder versuchte ich mir einzureden, dass so etwas nie wieder passiert und dass ich es endlich vergessen sollte. Nun war ich eine andere Person, lebte in einem anderen Land und war mit meinem Leben ziemlich zufrieden. Wenn ich nur mein Gedächtnis auslöschen könnte! Wie oft hatte ich mir das schon gewünscht! Andererseits gaben mir diese Erinnerungen immer wieder die Kraft zu lernen. Ja, zu lernen! Ich wollte das Beste Abi machen, studieren und einen gut bezahlten Job bei Care, einer Hilfsorganisation, bekommen. Ich würde bei meiner Familie, oder was davon übrig geblieben ist, arbeiten, mit ihnen mein Geld teilen und sie wieder zu denen machen, die sie einmal waren: Die stolzesten, einflussreichsten Leute der Sahara. Ich lächelte vor mich hin und malte mir die Szenen der Tuareg als gerechtes Volk, das wieder ungestört durch die Sahara ziehen kann und friedlich Handel treibt, aus. Es beruhigte mich. Ich werde es schon schaffen, redete ich mir immer wieder ein und führte mir alle guten Schulleistungen der letzten Woche vor Augen. Ich kann es schaffen! Ich spürte, wie die Müdigkeit meine Gedanken verwehte. Zufrieden schlummerte ich ein.
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Kommentare
Demeter schrieb am 2007-07-09 17:38:00:
Wow, das ist echt gut! Ausdruck und alles völlig in Ordnung, hättest du den ersten Teil allerdings etwas anschaulicher geschildert, wäre man noch besser in die Story eingestiegen.
Aber du hast ohne Zweifel Talent^^
Bis dann, Demeter
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