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Kategorien > Gedanken > Tod

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von Wolf_93

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Er streckte wieder seine Hände nach mir aus, er, der Tod.
Seine Arme waren die eines Monsters, bei dessen Anblick man sich am liebsten die Bettdecke über den Kopf zog um es nicht mehr zu sehen und um nicht mehr gesehen zu werden. Aber dies war etwas was man bei ihm nicht anwenden konnte. Denn wenn ein Bild hinter deinen Augen entsteht, ist es selbst dann da, wenn du in einem so finsterem Raum bist - dass selbst schwarz daneben noch hell wirkt – und selbst wenn du in diesem Raum dann dich unter einer Decke versteckst und die Augen fest zudrückst. Ich versuche ihr Aussehen etwas genauer zu beschreiben, obwohl es etwas schwer ist, da es von mal zu mal anders ist. Die Arme sind vermutlich so dick wie der Stamm junger Bäume oder dicke Äste bei uralten Bäumen. Ihre Beschaffenheit? Dies ist schon etwas schwieriger zu erklären, manchmal sehen sie so glitschig aus, wie die Schuppen eines Fisches, dann erinnert mich ihr Aussehen manchmal an den Körper einer Schlange und wieder andere male sind sie rosa und nackt. Aber bleiben wir nicht bei den Armen hängen, denn auch die beiden Hände – arg es widerstrebt mir diese Klauen so zu nennen – sind nicht außer Acht zu lassen. Es sind Pranken größer und gefährlicher als die jedes Raubtiers. Ich zähle stets nur vier dünne knochige Finger an jeder Hand, denn den seltsamen Knorpel am Handballen kann man nur schwer als fünften Finger bezeichnen. Außerdem war an ihm nicht die selben Krallen ähnlichen Nägeln wie an den anderen vier. Dies war die eine Seite von ihm, die vor der ich mich fürchtete, aber es gab auch eine andere.
Denn manchmal – und in letzter Zeit sah er immer öfter so aus - da waren die Arme keinesfalls abscheulich. Dann waren es menschliche Arme, die sich mir einladend anboten, damit ich mich von ihnen umarmen oder tröste lassen konnte. Die mich vor der Welt beschützen wollen. Die Hände sahen weich aus und winkten mir freundlich zu näher zu kommen. In dieser Gestalt hatte er wieder fünf Finger, keiner davon war verkrüppelt, sondern alle waren gerade und regelmäßig gewachsen, und die Fingernägel daran waren kurz und gepflegt, kein Vergleich mehr zu den Krallen. Wenn er so aussah wollte ich am liebsten nach seiner Hand greifen und mich einfach mit nehmen lassen, weg von dieser kalten Welt in der es nichts anderes als Schmerzen gab. Ich würde lügen, wen ich leugnen würde, dass ich schon mehr als einmal meine Hand nach den seinen ausgestreckt hatte. Aber bisher hatte ich immer gezögert. Es war immer nur ein kurzer Moment gewesen, in dem ich meine Hand wieder ein Stück zurück zog, aber dann war er stets verschwunden und beim nächsten mal, wenn er wieder auftauchte, war er erneut das Monster vor dem ich mich so fürchtete.

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