norden
von
s.home
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"let him go. he´s different now, that is the only thing that counts. i know its hard, but i don´t want you to be sad and if he would like you, he would want you happy!"
she´s so right!
aber warum sitze ich hier und starre auf dieses verdammte handy? ich weiss es doch. aber gottverdammt! ich will es nicht wahrhaben! wieder mal nicht!
zu beschreiben wer ich wirklich bin fällt mir immer noch erstaunlich schwer. dabei müsste ich es doch wissen, nach den ganzen jahren die ich nun schon mit mir zusammenlebe. alles was ich weiss ist das es nicht normal sein kann. aber was heisst das schon? normal? gesetzte normen waren mir schon immer zuwider. ich denke das, erst wenn ich es herausgefunden habe, ich in einklang mit mir leben kann. glücklich sein, akzeptieren, hinnehmen, damit umgehen.
es ist fünf uhr morgens. ein montag, irgendwann im september. meine schlafstörungen haben mich erneut eingeholt. seit drei uhr bin ich nun schon unterwegs. in meiner kleinen wohnung, die mir noch gestern einer kleinen einengenden gefängniszelle gleich kam. jetzt bin ich dagestanden und habe mir im licht des mondes mein zuhause angesehen und ein winziges gefühl von glück überkam mich. heimat. angekommen.
habe mich mit meiner decke auf der couch verkrochen und dvd geschaut. dann im dunkeln nach den kaffeebechern getastet, die ich vor einigen jahren im grossen glückstaumel gekauft habe. die so besonders waren für mich. heute finde ich sie immer noch schön, aber jetzt trinke ich tee daraus. keinen kaffee mehr.
grünen tee. der soll wärmen, beruhigen, mich in den schlaf bringen.
ich bin einsam. habe grosse sehnsucht nach leben. wie gut würde es tun, ich blickte zurück und jemand liege, leise und regelmässig atmend, in meinem bett. nackt und wunderschön und zufrieden. ich würde hingehen ihm lächelnd über den kopf streichen und einen sanften kuss in sein gesicht hauchen, bis er die nase krauss zieht weil eine berührung den wohligen rhythmus des schlafes stört. der gedanke macht traurig. gut das es dunkel ist und die wände diese dicken tropfen nicht sehen können.
meine heizung funktioniert mal wieder nicht. ich habe kalte hände. selbst der schal den ich mir um den hals geschlungen habe wärmt nicht richtig. dicke socken, wie im winter. ich habe immer gedacht ich bin das absolute sommerkind. doch wenn ich auf die langsam zum leben erwachende strasse hinuntersehe während ein paar regentropfen an mein fenster prasseln, überkommt mich ein wenig zufriedenheit. perfekt, die britischen cd`s die sowieso nur bei herbstatmosphäre ihre komplette wirkung aufzeigen.
ich möchte geliebt werden. von der haarspitze bis zum kleinen zeh. spontan. bedingungslos. überraschend. ich glaube nicht daran, aber hoffe doch trotzdem stets das es passiert. wieder ein lächeln in meinem gesicht. es versucht die tränen wegzudrücken, die andauern. ein hilferuf an meinen verstand. die seele meint er soll zur vernunft kommen, aber das herz lenkt ihn zu stark ab. ewiger zwiespalt. wissen und fühlen. zwei völlig verschiedene dinge.
heute, irgendwann zwischen zwei kunden bin ich zur toilette gegangen, wie schon so oft die letzten tage, und habe mich im spiegel betrachtet und mich gefragt was nicht mit mir stimmt. bin ich nicht schön genug? habe ich schlechtes in meinem blick? wirke ich falsch? verrückt? anders? als es sein sollte? als ich je einem mann gerecht werden kann?
und alles was mir entgegenschaut ist enttäuschung. traurigkeit. unverständnis.
nein! sage ich mir, ich bin schön und ich bin wie ich bin. echt und ehrlich. stolz und wunderbar. aber eben auch verletzlich und angreifbar.
getroffen, wieder mal, in jedem empfindlichen punkt meiner seele.
ER rief an und sagte
" ich steige gleich in den zug. bin in zwei stunden bei dir."
wow! ok! was nun? ihre gedanken überschlugen sich. mitten aus dem willkommenen tiefschlaf gerissen fühlte sie sich leicht überfordert. aber dieses gefühl! ER hat gerade angerufen. so früh am morgen. und gleich ist Er hier. in wenigen stunden!
was soll das? warum jetzt? warum nicht gestern? ok, das wochenende war vielleicht zuviel. zu anstrengend. vielleicht hat ER recht gehabt? war müde?
aber warum jetzt?
sie ist nicht darauf vorbereitet! der kontrollfreak meldete sich zu wort. was sollte das? völlig am ende nach dieser nacht. verzweifelt und endlich im universum der träume angelangt! und nun das? nun gut, wer sagt das sie nicht spontan ist? sie ist es definitiv! also, was solls? ungeduscht, die augen verquollen. das entstellt sie nicht. sie doch nicht!
die heizung! shit! ich muss mich um die heizung kümmern. also, anruf beim drachen. natürlich ist sie sauer, soll ja die rechnung für die reparatur übernehmen. ich meine, wen würde das nicht aus der fassung bringen? mir egal. ich schwebe irgendwo zwischen sieben und neun! interessiert mich also gar nicht. ok, der hausmeister kommt und schaut sich die sache an. noch eine stunde. dann ist ER hier! ich sollte die haare kämmen, mich schminken, vielleicht auch noch aus meinem schlafanzug raus? so geht ja gar nicht! ER muss nicht gleich jetzt wissen, das ich zu hause eher wie ein potentielles mitglied der kelly family rumrenne!
also, leger-look aus, was annehmbares an. was tut man nicht alles, wenn man völlig aufgeregt auf einen schönen mann wartet. gut das ich gestern aufgeräumt und geputzt habe. das erspart mir mindestens vier stunden, von dreissig vorhandenen minuten! oh my god! nur noch ne halbe stunde. es klingelt. der hausmeister.
jetzt muss ER hierher kommen, ich schaffe es nichtmal IHN abzuholen. was solls. thats me, verplant wie immer. sind meine augen noch dick? letzter prüfender blick in den spiegel. wow, ich seh gut aus. verdammt gut!
Es klingelt. Er steht da und betritt unbeholfen die tür. umarmt sie. mindestens zwei sekunden zu schnell. ok, kein problem. sie hat das im griff, also, die sache mit dem herz. was nun?
überwältigung ihrerseits. sie sieht ihn an. er ist schön. sehr schön. der körper, das gesicht, der blick, die mimik, die gestik... sein mund, wie er sich bewegt, wenn er spricht. ihr wunsch so gross ihn zu küssen, zu umarmen, ihm etwas gutes zu tun. sie fühlt sich sicher, fast vertraut in seiner gegenwart. komisch. wie lang ist es her? dieses gefühl. wie damit umgehen?
ER verhält sich neutral. wie soll ich es anders sagen. ER ist nett und doch auf gewisser distanz. ich habe keine ahnung was ich tun soll, also tue ich nichts. will ja niemanden verschrecken. heut weiss ich nicht mehr worüber wir gesprochen haben, es ist etwas mehr als eine woche vergangen, aber ich kann es nicht mehr genau sagen. vielleicht ist es das? irgendetwas an der ganzen sache habe ich verpasst.
der tag war entspannt und angenehm. und ER müde. ich habe innerlich geschmunzelt. fand IHN süss wie ER versucht hat sich aufrecht zu halten. aber warum hat ER es getan?
die nacht war still. erst kam ein kuss, dann ein neuer ER. sie war tatsächlich sehr überrascht! völlig ausgewechselt ging ER plötzlich auf sie zu.
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