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Kategorien > Aus dem Leben > Schmerz

vorbei

von Martha Pietras

1

…sie ging durch die Tür und sah ihn. Die Sehnsucht war so groß, dass sie gleich zu ihm rannte und ihn umarmte. Sie drückte ihm einen Brief in die Hand, den sie vor einigen Stunden für ihn schrieb, um ihm zu zeigen, dass er noch immer das Beste in ihrem Leben war.
Die beiden gingen die Straße entlang, während er den Brief las. Die Leute, die sie umgaben, schienen verschwunden zu sein und sie merkte, dass etwas nicht in Ordnung war. Das spürte sie. Sie spürte diese Angst schon, als sie den Brief verfasste. Doch diese Gedanken sollten sie niemals erreichen und sie sollten niemals wahr werden. Die Anspannung wurde von Minute zu Minute größer und sie verstand die Welt nicht mehr und hoffte zugleich auf ein Wunder, ein einziges, das ihr Leben wieder verschönern würde.
Die Straße neigte sich dem Ende zu und auch er hatte den Brief nun fertig gelesen. Er fand ihn liebevoll und schien sich darüber zu freuen und zum letzten Mal schenkte er ihr ein Lächeln.
In dem Moment dachte sie nicht, dass bald das Ende kommen würde.
Der Weg nach Hause war nicht lang, doch trotzdem war es wie eine Ewigkeit, denn die beiden wechselten kein Wort miteinander.
Sie wusste nicht, ob sie etwas tun soll, doch ihr war auch bewusst, dass endlich eine Lösung folgen muss. Sie traute sich nicht, etwas auszusprechen, denn jeder Gedanke daran war viel zu schmerzhaft. Vor ihren Augen wechselten sich die gemeinsamen glücklichen Momente ab. Sie war glücklich mit ihm und sie konnte sich ein anderes Leben nicht mehr vorstellen. Alles schien so perfekt zu sein.
Fast am Ziel angekommen, fühlte sie, dass sie alles klarstellen musste und fragte ihn, was denn los sei. Da er keine eindeutige Antwort gab, beschloss sie ihm die entscheidende Frage zu stellen.
Das war der größte Fehler ihres Lebens oder vielleicht auch das Beste, was sie hätte tun sollen. In einer Sekunde zerbrach alles, wovon sie schon so lange geträumt hatte. In diesem Moment zerbrach ihr Glück, und auch die Pläne, die die beiden hatten, wurden zerstört. Sie konnte es nicht fassen, sie wollte es einfach nicht. Der Schmerz war viel zu groß oder war es doch ihr Herz, das von Leere ausgefüllt wurde?
Sie fühlte sich nicht gut und ihr Leben war in diesem Augenblick nicht wichtig. Sie sank auf dem Boden in sich zusammen und alles, was er sagte, prallte an ihr ab, wie an einer Betonwand. Sie konnte ihm nicht zuhören, denn es würde nichts ändern.
Sie hoffte noch, dass sich alles zum Guten wenden würde, doch vergeblich.
Nachdem sie es geschafft hatte aufzustehen, fuhren sie zu ihm nach Hause, denn dort sollte sie ihre letzte Nacht mit ihm verbringen. Sie wusste noch nicht, ob dies die letzte Nacht in ihrem Leben sein wird.
Zu Hause angekommen, legte sie sich sofort aufs Bett, doch sie konnte nicht einschlafen. Tränen flossen ihr die Wangen hinunter und wieder fragte sie sich nach dem Sinn des Lebens. Sie verstand in dem Moment gar nichts, doch gleichzeitig wurde ihr bewusst, dass sie diese Wohnung zum letzten Mal betrat und, dass sie ihm zum letzten Mal so nah war.
Er näherte sich dem Bett, auf dem sie lag und setzte sich zu ihr. Er war zärtlich wie immer, umarmte und tröstete sie.
Alles war so ungewohnt und der Gedanke daran, dass er nur mehr ein Freund war, war unerträglich. Sie wusste genau, dass sie alles an ihm vermissen würde. Sein Lächeln, seine Augen, seinen Körper und vor allem seine Nähe, die immer so gut tat, wenn es ihr schlecht ging. Er war ihre bessere zweite Hälfte, auf die sie immer zählen konnte.
Ihre Gedanken vermischten sich ineinander und sie konnte sie nicht ordnen. Alles ergab keinen Sinn mehr und es sollte auch keinen ergeben, denn ihr Leben bedeutete in dem Moment nichts.
Sie wusste, dass es nicht leicht sein wird, ihn zu vergessen und sie wollte es auch nicht. Ihr Herz zerbrach immer wieder, als sie daran dachte.
Sie liebte ihn noch immer wie am ersten Tag dieser wundervollen Beziehung. Es schien ihr immer mehr wie ein Traum und tief innerlich hoffte sie auch, dass dies auch einer war. Sie versuchte an etwas anderes zu denken, aber es gelang ihr nicht.
Sie kehrte immer wieder zu den Zeiten zurück, wo die beiden noch glücklich miteinander waren. Sie erinnerte sich an all die wunderbaren, gemeinsam verbrachten Momente und auch daran, wie sehr sie ihn vermisst hat, wenn er nicht bei ihr sein konnte.
Als er kurz aus dem Zimmer ging, stand sie auf und ging zum Fenster. Sie blieb dort stehen, schaute hinunter auf die Straße und überlegte… Es war hoch und der Entschluss fiel ihr nicht leicht. Sie war kurz davor, ihre Entscheidung zu treffen, als er wieder in der Tür stand und sie vom Fenster wegzog. Er hatte Angst, dass sie es tun würde, doch er hätte es niemals verhindern können.
Zum letzten Mal legte sie sich in seine Arme und ihre Augen waren voller Tränen. Doch auch seine Wangen blieben nicht trocken. Sie verstand nicht, warum auch er weinte. Alles war so unverständlich und unmöglich.
In dem Moment hoffte sie, ein kleines Mädchen zu sein, das aus seinem Traum erwacht, doch es passierte nicht. Sie hoffte vergeblich und von Sekunde zu Sekunde wollte sie immer weniger.
Das Weinen machte sie so müde, dass sie letztendlich friedlich in seinen Armen einschlief und sie wünschte sich, es wäre für immer…

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Kommentare

Blinkgirl schrieb am 2009-03-29 14:20:33:
würde mich au sehr intressieren...
aber echt gut geschrieben
Mel schrieb am 2008-06-13 11:06:17:
Deine Story ist ziemlich gut, aber leider kann man den Grund der Trennung nicht erlesen. Würde mich schon interessieren was der Grund dafür ist ..
LG Mel

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