warum?
von
Patricia
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Alles fing an mit meiner Geburt. Natürlich kann ich mich nicht daran erinnern, aber ich weiß, dass sie in einem Krankenhaus in Lyon statt fand, und das mein Dad nicht anwesend war. Ich weiß nicht wo genau er war, aber vermutlich bei irgendeinem extrem wichtigen Geschäftstermin. Ja, für meinen Dad ist die Arbeit wichtiger als die Geburt seines eigenen Sohnes. Zumindest die seines ersten Sohnes. Bei denen meines kleinen Bruders, und meiner kleinen Schwester war er dabei. Sie nannten mich Matthieu-Moses, meinen Bruder Liam-Laurence, und meine Schwester Noemie-Marika. Mein Dad sagt immer:“ besondere Menschen brauchen besondere Namen“. Inzwischen bin ich 17 Jahre alt, Liam-Laurence ist 16, und Noemie-Marika 15. Als ich 7 Jahre alt war, sind wir umgezogen, nach Paris. Ich war gerade eingeschult worden, hatte Freunde gefunden. Aber mein Dad wollte sich beruflich weiterentwickeln, und war der Meinung, dass dies in Paris besser ginge. Meine Mutter Malou hatte gerade eine Boutique in Lyon eröffnet, und wollte eigentlich nicht weg aus Lyon, traute sich jedoch nicht, ihrem Mann, Mael zu wieder sprechen. Er wollte nach Paris, also gingen wir nach Paris. Mael gründete dort ein Hotel, welches auch sehr gut lief, und meine Mutter eröffnete wieder eine Boutique. Wir kauften uns ein großes Haus in einer sehr schönen und ruhigen Gegend in Paris. Da mein Bruder, und ich seid wir drei Jahre alt waren Fußball spielten, und das nicht gerade schlecht, suchte meine Mutter uns den besten Fußballverein in Paris, und meine Schwester wurde fürs Ballett angemeldet und bekam ihr eigenes Pferd. Wir hatten viel Geld, und ich, und meine Geschwister bekamen alles was wir uns wünschten. Man könnte meinen, ich hatte eine perfekte Kindheit gehabt, und dennoch liege ich jetzt, in diesem Augenblick, in einem Krankenhaus, in Paris, aufgrund eines Selbstmordversuches.
>> Madame Filance!<<
>>Ja Herr Doktor?<<
>>Könnte ich sie bitte einen Moment in meinem Büro sprechen?<<
>>Selbstverständlich doch.<<
>>Ich sage es ihnen einfach ganz Direkt Madame Rose, ihr Sohn hat versucht sich das leben zu nehmen.<<
>>Aber das ist völlig unsinnig, weshalb sollte Matthieu-Moses so etwas tun? Es ging ihm immer sehr gut, ich habe immer sehr gut für ihn gesorgt, es fehlt ihm an nichts<<
>>Ein freund von Matthieu, fand ihn bei sich in der Badewanne, mit aufgeschlitzten Pulsadern. Ich denke das ist eindeutig. Es tut mir wirklich leid<<
>>Aber wieso?<<
>>Das kann ich ihnen nicht sagen, und es gehört auch nicht zu meinen aufgaben das herauszufinden. Sie sollten mit ihm zu einem Psychologen gehen. Sie können ihn aber fürs erste mit nach hause nehmen er macht einen sehr stabilen und gefassten Eindruck. Achten sie jedoch etwas auf ihn.<<
>>Sicher doch. Danke viel Mals.<<
>>Nichts zu danken. Sie können dann jetzt zu ihm gehen.<<
*
Es klopft an meiner Tür. Sicher ist es meine Mutter. Ich möchte sie nicht sehen. Ich möchte alleine sein. Ich antworte nicht auf ihr klopfen. Sie kommt trotzdem herein.
>>Hallo Matthieu, wie geht es dir?<<
Ich sage nichts, ich schaue sie auch nicht an. Ich bin mir sicher das sie da steht, groß, und schlank in ihren selbst designten Klamotten, und auf mich hinab blickt durch ihre großen braunen Augen, traurig und enttäuscht. Das ertrage ich jetzt nicht.
>>Matthieu?<<
>>Es geht mir gut, sehr gut. Danke der Nachfrage, Mom.<<
>>Möchtest du mir nicht vielleicht erzählen was passiert ist?<<
>>Der Doktor hat dir doch sicher ausführlich berichtet was passiert ist. Können wir dann bitte fahren?!<<
>>Er hat mir erzählt weshalb du hier bist. Aber wieso hast du das gemacht? Was ist denn los Matthieu?<<
>>Können wir bitte fahren?<<
Meine Mutter und ich steigen in den silbernen Porsche. Eigentlich war es klar, das es dieser sein würde, es ist ja schließlich das einzige Auto was mein Vater ihr erlaubte zu fahren.
Wir schweigen. Die ganze fahrt über. Als wir zu hause ankommen frage ich sie, ob Mael Bescheid weiß, sie antwortet mit ja, dann gehe ich in mein Zimmer.
Ich bleibe hinter der Tür stehen, und starre in mein Zimmer. Es ist groß. Zwei dunkelblaue Wände, ein eigenes Bad, großes Bett, Balkon, PC, Fernseher, alles was man als Junge so braucht. Das anstarren meines Zimmers wird gestört. Mein Bruder platzt einfach so, ohne Vorwarnung herein.
>>Hey Matthieu Alter, was machst du für n scheiß? Du chillst da im Krankenhaus obwohl wir Training haben, kannst froh sein das der Trainer extra, weil du verhindert warst, das Training auf heute Nachmittag verschoben hat. Also los, komm schon, schnapp dir deine Tasche und ab geht’s.<<
Ich und Liam-Laurence schwingen uns auf unsere Räder, und fahren zum Training. Wir reden miteinander als wäre überhaupt nichts gewesen, einfach wie Kumpels genauso wie es immer war.
*
Beim Training weiß niemand Bescheid. Niemand hat von meinem Selbstmordversuch erfahren. Ich bin viel zu schwach um zu trainieren. Ich habe immerhin eine menge Blut verloren.
>>Hey Trainer, hör zu, mir geht es nicht so besonders gut. Magenverstimmung oder so, auf jeden Fall echt übel. Ich denke echt das es klüger wäre, wenn ich mich heute einfach auf die Bank setze, und zuschaue.<<sage ich angespannt
Ich erwarte das mein Trainer das ganze locker sieht und mich einfach auf die Bank schicken wird. Doch er antwortet sehr ernst >>Vom zuschauen wird man auch kein Profi Fußballer Matthieu-Moses! Du nimmst das ganze einfach nicht ernst genug. Man bekommt nicht alles in seinem Leben geschenkt. Man muss für gewisse Träume und Ziele kämpfen. Du, und dein Bruder, ihr seid so ziemlich die besten in diesem Team, aber Fakt ist, das dein Bruder es weit bringen wird. Du nicht. Jedes zweite Training fehlst du. So geht das nicht. Wenn es dir nicht gut geht, dann fahr nach Hause, und denk mal darüber nach, was du wirklich willst, und was nicht, denn jemanden mit deiner Einstellung kann ich hier echt nicht gebrauchen.<<
Was mein Trainer da gesagt hat trifft mich schon ein bisschen, jedoch hat er ja recht. Ich bin gut, aber das allein reicht nun mal nicht aus. Ich werde mich in Zukunft wohl wirklich mehr anstrengen müssen, und auch mal wieder regelmäßig zum Training gehen.
*
>>Matthieu-Moses!?<< höre ich meinen Dad aus dem geräumigen Wohnzimmer, mit den drei Sofas, dem Sessel, dem großem Flachbildfernseher an der wand, und dem eindrucksvollem Kronleuchter an der Decke rufen.
>>Dad?!<< brülle ich zurück, und gehe in das Wohnzimmer, in dem mein Vater auf dem schwarzem Sessel sitzt, und eine Kochsendung im Fernsehen schaut.
Mein Vater mustert mich erst von oben bis unten, mit einem anerkennendem und stolzem aber doch besorgtem Blick, und sagt dann mit betont freundlicher, und ruhiger Stimme >>Guten Abend mein Junge, folgendes: Ich habe dir einen der besten Psychologen Frankreichs
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